AOK

Millionenschaden durch Abrechnungsbetrug und Korruption aufgedeckt

Der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland ist zuletzt so viel Schaden durch Abrechnungsbetrug oder Korruption im Gesundheitswesen entstanden wie seit Jahren nicht mehr. 2016 und 2017 seien Schäden in Höhe von zusammen rund 2,8 Millionen Euro aufgedeckt worden, teilte die Krankenkasse am Donnerstag in Eisenberg mit. 

Die aufgedeckten Schäden in den beiden Bundesländern verteilen sich laut AOK auf ganz unterschiedliche Leistungsbereiche wie Arznei-, Heil- und Hilfsmittel, Krankentransporte oder auch ärztliche Leistungen. Ein Schwerpunkt liege aber mit allein rund 30 Prozent des Schadens auf der ambulanten Pflege. Es gehe etwa um die Abrechnung nicht erbrachter Leistungen sowie den Einsatz von Personal ohne fachliche Qualifikation. Es gebe auch Fälle der Erschleichung oder des Verkaufs suchtrelevanter Arzneimittel, Fälle von Bestechung und von Missbrauch elektronischer Gesundheitskarten.

Insgesamt sei in 68 Fällen eine Staatsanwaltschaft eingeschaltet worden. In Einzelfällen seien die Täter zu Haftstrafen verurteilt worden. Auf Fälle von Abrechnungsbetrug oder Korruption wird die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland nach eigenen Angaben auf drei Wegen aufmerksam. Es gebe eigene Prüfungen und es gebe Hinweise von Versicherten sowie Vertragspartnern aus dem Gesundheitswesen.

Seit 2010 im Kampf gegen Abrechnungsbetrug

Die AOK ist nach eigenen Angaben der größte Krankenversicherer in Rheinland-Pfalz und dem Saarland und hat insgesamt 1,2 Millionen Versicherte. Sie hat sich mit anderen Krankenkassen in den beiden Ländern seit 2010 in einer Arbeitsgruppe zusammengeschlossen, um Abrechnungsbetrug zu bekämpfen. Wünschenswert seien eine oder mehrere Schwerpunktstaatsanwaltschaften, die sich ausschließlich mit Wirtschaftskriminalität im Gesundheitswesen befassen könnten, teilte die AOK weiter mit.

Abgesehen von abgeschlossenen Schadensfällen laufen bei einer speziellen Ermittlungsgruppe des Polizeipräsidiums Westpfalz 18 Ermittlungsverfahren. Darüber hatte zuvor der SWR berichtet. Die Verfahren richten sich der Polizei zufolge gegen Ärzte verschiedener Fachrichtungen, Physiotherapeuten-Praxen und Pflegedienste. Stelle sich bei Ermittlungen ein Anfangsverdacht auf strafbare Handlungen «mit nicht nur geringfügiger Bedeutung für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung» heraus, werde die zuständige Staatsanwaltschaft unterrichtet.

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