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PrognoseSiemens Healthineers erwartet Umsatzwachstum

Der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers hat seine Zahlen zum zweiten Quartal 2022 vorgelegt. Für das Geschäftsjahr wird ein Umsatzwachstum von drei bis fünf Prozent erwartet und damit mehr als ursprünglich geplant.

Standort Kemnath Siemens Healthineers
Siemens Healthineers

Außenansicht des Siemens Healthineer Fertigungsstandorts Kemnath.

Die Geschäfte des Medizintechnikkonzerns Siemens Healthineers liefen zuletzt besser als erwartet. So war die Nachfrage nach Antigen-Schnelltests zum Nachweis von Covid-19 mit der Verbreitung der Omikron-Variante in Europa zum Jahresende höher als zuvor angenommen. Eigentlich hatte Healthineers damit gerechnet, dass das Geschäft mit den Schnelltests stärker abebben dürfte. Als Folge erhöhte das Management um Konzernchef Bernd Montag bei der Vorlage der Zahlen zum ersten Quartal die Prognose für das Geschäftsjahr 2021/22.

Kurzfristige Zuwächse werden erwartet

So rechnet Healthineers jetzt mit einem vergleichbaren Umsatzwachstum von drei bis fünf Prozent, nachdem das Unternehmen zuletzt bestenfalls zwei Prozent Wachstum in Aussicht gestellt hatte. Die Schnelltests sollen etwa 700 Millionen Euro Umsatzbeitrag liefern, statt bisher 200 Millionen Euro. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis je Aktie sieht Healthineers dadurch bei 2,18 bis 2,30 Euro. Auch hier war die Siemens-Tochter bisher von weniger ausgegangen. Dabei erwartet Finanzvorstand Jochen Schmitz mit Blick auf die Schnelltests ein starkes erstes Halbjahr. Danach dürften die Ergebnisbeiträge wieder zurückgehen.

Die schwierige Situation in der Lieferkette ist dabei auch bei Healthineers angekommen und dürfte die bereinigte operative Marge vor allem in den ersten sechs Monaten belasten. Jedoch würden Beschaffung und Logistik weiterhin gut gemanagt, hatte Schmitz bei den Quartalszahlen erklärt. Wesentliche negative Auswirkungen auf den Umsatz würden trotz der Engpässe etwa bei elektronischen Komponenten daher nicht erwartet.

Vorausichtlicher Umsatz von 5,25 Milliarden Euro

Analysten zeigen sich überwiegend optimistisch bei Healthineers. Die Siemens-Tochter sei ein führender Anbieter von Labordiagnostik mit gesunden Wachstumsperspektiven, schrieb Analyst Elmar Kraus von der DZ Bank jüngst in einer Studie. Kurzfristig profitiere das Unternehmen von einer Erholung im Basisgeschäft und von der Omikronwelle. Auf längere Sicht dürfte das breit aufgestellte und technologisch führende Produktportfolio gesunde Umsatz- und Ergebniszuwächse ermöglichen. Odysseas Manesiotis von der Privatbank Berenberg geht davon aus, dass sich die gute Umsatzentwicklung aus dem Vorquartal fortgesetzt haben sollte, das operative Ergebnis aber gebremst worden sei von Lieferkettenproblemen. Deutsche-Bank-Analyst Falko Friedrichs rechnet ebenfalls mit guten Quartalsergebnissen, hält die Margenziele allerdings für fraglich.

In einem von Healthineers veröffentlichten Konsens erwarten die Analysten für das zweite Quartal einen Umsatz von im Schnitt 5,25 Milliarden Euro, nach knapp vier Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Das Wachstum auf vergleichbarer Basis dürfte bei 9,4 Prozent gelegen haben. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) sehen die Experten um mehr als ein Drittel auf 917 Millionen Euro steigen. Für das Gesamtjahr sind die Analysten zuversichtlich und erwarten mit einem vergleichbaren Umsatzwachstum von im Schnitt 4,4 Prozent und einem bereinigten Ergebnis je Aktie von 2,28 Euro Werte eher am oberen Ende der von Healthineers ausgegebenen Spannen.

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