kma Online
Gründungsmythen

Wenn zwei Freunde sich selbstständig machen …

Bevor eine Zeitschrift auf den Markt kommt, betreiben die Verleger in der Regel Marktforschung und lassen das Projekt diverse Runden durch die Entwicklungsabteilung drehen. Ganz anders war es bei der kma.

Die ersten Ausgaben der kma: Am Anfang stand ein Marketing-Auftrag, doch schon bald entwickelte sich die Zeitschrift zu einer interdisziplinären Plattform. Als Ulrich Glatzer 2003 die Chefredaktion übernahm, wurde ein richtiges Magazin aus der kma. „kma hat geholfen, endlich eine journalistische Duftmarke zu setzen, wo andere altbackene und langweilige Lektüre bieten“, so Axel Bedürftig, Gründer des ABW-Wissenschaftsverlags.

Am Anfang stand Murzins Dickköpfigkeit. Er leitete damals die Marketing-Abteilung von Dussmann in München, als Peter Dussmann Mitte der 90er Jahre entschied, den Unternehmenssitz in die Berliner Friedrichstraße zu verlegen. Da sagte Gunter Murzin: „Ich geh‘ doch nicht nach Ost-Berlin!“ So blieb er in Bayern im Bayerischen Wald. Kurz darauf bat Jürgen Knipps, Gründer des IT-Entwicklers Comed, Murzin um ein Marketingkonzept; es ging darum, ein Online-Bestellsystem für die Pharmaindustrie zu entwickeln. Doch das Projekt adka.com scheiterte, Murzin war bestürzt, sprach von der „größten Niederlage meines Lebens“. Knipps schlug vor, das Marketingkonzept durch eine Zeitung zu transportieren. „Ich habe Anzeigen besorgt, Murzin hat sich um Artikel über adka.com gekümmert und mit Gerhard Hirz eine Erfolgsstory aus dem Projekt gemacht“, erzählt Knipps. „Die Krankenhausapotheker waren begeistert.“

Gerhard Hirz hatte ebenso wenig Erfahrung im Verlagswesen wie Gunter Murzin. Er war Sparkassen-Filialleiter und hängte seinen Posten an den Nagel, um gemeinsam mit Gunter Murzin die kma zu gründen. Er schoss seine Sicherheit in den Wind für den Wikom-Verlag, er riskierte anständig etwas. „Zwei Freunde, die sich selbstständig machen wollten. Die Geschäftsidee war banal: Unternehmensberatung. Durch Aussicht auf einen ersten größeren Marketingauftrag wurde die Idee eines Krankenhausmagazins geboren“, schreibt Murzin zehn Jahre später in der Jubiläumsausgabe der kma im Juni 2006. „Der Auftrag ging verloren, das Magazin blieb als Manuskript auf dem Tisch liegen. Die beiden Freunde hatten vom Verlagswesen zum Glück keine Ahnung, sonst hätte es kma nie gegeben.“

Murzin selbst nannte die ersten Ausgaben „dünn und inhaltsarm“. „Doch unbewusst und mit dem Glück der Unbekümmerten setzten die Freunde die strategisch richtigen Ziele. Das Blatt sollte eine interdisziplinäre Plattform für alle am Management mitwirkenden Kräfte werden“, so Murzin. Sie sammelten allmählich neue Partner – der erste war die Fachvereinigung Krankenhaustechnik (FKT).

Murzin und Hirz waren im Gründungsfieber: Genervte Familienmitglieder mussten die Hefte in der Druckerei eintüten und mit Adressklebern versehen, bevor sie sie zur Postzentrale im nahe gelegenen Österreich karrten, wo das Porto günstiger war. Der Verlagssitz war originell: Es war der Vierseithof von Murzin in einer Gegend, in der es heute noch so ruhig wie damals ist und auch der Schnee noch immer zuverlässig fällt – die Redaktion in Berlin lauschte oft ungläubig den Geschichten vom Schneeschippen, von Eiszapfen und eingeschneiten Autos. Alles ein wenig wie im Märchen.

Dazu passte, dass das Team wie eine große Familie war, deren Türen allen offen standen: Es gab zwei Assistentinnen, Cilly Weismor und Sonja Ammerl, dann Adelheid Rödig, die sich zusammen mit Gerhard Hirz um die Anzeigen kümmerte, hinzu kamen zwei Auszubildende in der Grafik und der Internet-Verantwortliche Jürgen Hoffmann, der heute noch dabei ist und in letzter Zeit über beide Ohren mit dem Relaunch von kma-online beschäftigt gewesen ist.

Und dann gab es natürlich noch die Redakteure, die zunächst vom heimischen Schreibtisch aus arbeiteten, aber in die Palisadenstraße (Berlin-Friedrichshain) zogen und Nachbarn der dort heute noch ansässigen Agentur WOK wurden. Wegen der relativ hohen Miete zog die Redaktion ein paar Jahre später in die Neue Grünstraße am Spittelmarkt. Gern erzählen die Redakteure, dass in ihren früheren Räumen heute die Zeitschrift „11 Freunde“ sitzt.

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