DGIV e.V.

Die Deutsche Gesellschaft für Integrierte Versorgung im Gesundheitswesen e.V. (DGIV) ist ein deutschlandweit agierender Verein mit der Zielsetzung, die Integrierte Versorgung in der medizi-nischen, pflegerischen und sozialen Betreuung als Regelfall durchzusetzen. Die DGIV wurde am 26. September 2003 in Berlin gegründet. Ziel der Gründungsmitglieder war es, die Integrierte Versorgung als alternative Versorgungsform zur damaligen Regelversorgung zu entwickeln und letztendlich durchzusetzen.

Große Erwartungen

Integrierte Versorgung ist Brennpunkt in der Gesundheitspolitik

„Der Kernbereich der Gesundheitspolitik in der kommenden Legislaturperiode ist die sektorenübergreifende Versorgung”, das erklärte bereits im November 2017 Prof. Wolfgang Greiner, Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen.

Bundeskongress

DGIV

Maria Klein-Schmeink (Bündnis90/Die Grünen), Erwin Rüddel (CDU), Martina Stamm-Fibich (SPD) und Prof. Dr. Stefan G. Spitzer (DGIV)

Wie zur Bestätigung dessen beschäftigt sich auch das Jahresgutachten 2018 des SVR Gesundheit unter anderm mit diesem Thema.

Kein Zweifel – man hat längst erkannt, dass die Umsetzung des Prinzips der Integrierten Versorgung im deutschen Gesundheitswesen einer der Brennpunkte der derzeitigen Gesundheitspolitik ist. Aus Sicht der DGIV gibt es hier bereits einen beträchtlichen Nachholbedarf auf Seiten des Gesetzgebers; die bisherige Politik der kleinen Schritte hat sich in diesem Bereich als nicht mehr zeitgemäß erwiesen. An dieser Erkenntnis kommt auch die Bundesregierung nicht vorbei – auch wenn derzeit die Zweifel groß sind, dass ihr noch in dieser Legislaturperiode hierzu der große gesetzgeberische Wurf gelingen wird.

Bund-Länder-Arbeitsgruppe wird eingerichtet

Immerhin: Laut Koalitionsvertrag wird eine „Bund-Länder-Arbeitsgruppe unter Einbeziehung der Regierungsfraktionen im Deutschen Bundestag“ eingerichtet werden. Diese Arbeitsgruppe wird Vorschläge vorlegen für die Weiterentwicklung zu einer sektorenübergreifenden Versorgung des stationären und ambulanten Systems im Hinblick auf Bedarfsplanung, Zulassung, Honorierung, Kodierung, Dokumentation, Kooperation der Gesundheitsberufe und Qualitätssicherung unter Berücksichtigung der telematischen Infrastruktur und von möglichen Spielräumen für regionale Ausgestaltungen.

Die schlechte Nachricht: Die Arbeitsgruppe muss laut Koalitionsvertrag erst bis zum Jahr 2020 liefern. Konkretere Aufgabenstellungen waren bis Redaktionsschluss dieses Artikels nicht bekannt, auch nicht, wann die konstituierende Sitzung des Gremiums stattfinden wird. Problem erkannt, aber es wird dauern. Das gefällt nicht allen und viele machen aus ihrer Ungeduld keinen Hehl. Allen voran die DGIV hat bereits in einer Pressemitteilung deutlich gemacht, dass die Entwicklung der Rahmenbedingungen der Integrierten Versorgung gerade in der Regelversorgung wegen der Einsetzung der Arbeitsgruppe nicht über Jahre hinweg stagnieren darf. Dennoch: Die Aufgabenstellung des Koalitionsvertrages ist ehrgeizig; die Erwartungen an die Regierungen von Bund und Ländern sind sehr hoch.

Der Startschuss ist längst gefallen

Die Arbeitsgruppe hat sich deshalb großen Herausforderungen zu stellen. Es gibt viele gewichtige Meinungen zu den aufgeworfenen wichtigen Fragen, viele wollen einbezogen werden bei der Entscheidungsfindung und viele wollen dabei ihre Interessen angemessen berücksichtigt sehen. Was für ein großes, anspruchsvolles, spannendes Vorhaben. Und der Startschuss ist schon längst gefallen …

Für die DGIV steht es außer Frage, dass im Mittelpunkt ihres diesjährigen Bundeskongresses die Themen stehen, die auch Aufgabenstellung der Bund-Länder-Arbeitsgruppe „sektorenübergreifende Versorgung“ sind.

Weitere Kongressthemen beschäftigen sich mit damit verbundenen Themen (s. Kongressankündigung). Wie auch in den vergangenen Jahren wird die Deutsche Gesellschaft für Integrierte Versorgung im Gesundheitswesen e. V. den „DGIV-Innovationspreis” verleihen. Der Preisträger erhält die Möglichkeit, seine Arbeit im Rahmen des Kongresses vorzustellen.

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