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Interview mit Dr. Uwe Heckert, Market Leader Philips DACHDie Zukunft? Digital, vernetzt, sicher.

kma Klinik Management aktuell im Gespräch mit Philips: Digitalisierung gilt als das Heilmittel des Gesundheitswesens. Mit dem KHZG hat die Aufstellung für die Zukunft begonnen; Lücken sollen geschlossen, IT-Systeme überholt werden. Doch eines ist sicher: Allein schaffen Krankenhäuser diesen Wandel nicht.

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Dr. Uwe Heckert, Market Leader Philips DACH

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Innovative Patientenportale sind ein entscheidender Baustein für den Aufbau und die Weiterentwicklung einer patientenzentrierten Versorgung.

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Beratungsleistungen sind, ebenso wie Lösungen zur IT-Sicherheit, förderfähig im Rahmen des KHZG.

Herr Heckert, was kann die Gesundheitsbranche von anderen Industrien lernen?

Drei Dinge. Erstens werden Patientinnen und Patienten immer mehr zur Kundschaft und rücken dadurch weiter ins Zentrum. Zukünftig müssen wir noch stärker ihre Perspektive bei der Entwicklung von Lösungen einnehmen, anstatt als Anbieter zu denken. Eine gute Kommunikation, transparentes und vernetztes Arbeiten zwischen allen Akteuren ist der Schlüssel, um eine patientenzentrierte Versorgung zu gewährleisten. Zweitens: Geschwindigkeit. Im Vergleich zu anderen Industrien ist die Gesundheits­wirtschaft langsamer und bedächtiger unterwegs. Diese Vorsicht darf jedoch Innovation nicht lähmen. Drittens: Im Gesundheitswesen ist noch ein starkes Silodenken vertreten, während andere Industrien bereits bei durchgängigen Wertschöpfungsketten sind. Hier gibt es großen Nachholbedarf.

Digitalisierung ist die wichtigste Grundlage einer zukunftsorientierten Gesundheitsversorgung – stimmt das?

Digitalisierung ist der Ausgangspunkt, um mehrere Ziele zu erreichen. Medizin selbst ist hochinnovativ, die Prozesse sind es häufig nicht. Dabei geht es nicht um eine Elektrifizierung, sondern um das Neudenken von Abläufen und Strukturen. Diese Kreativität braucht Raum und das in einem Umfeld, wo Zeit Mangelware ist. Alle Akteure ziehen gleichermaßen Nutzen aus einer Optimierung. Steigt die Zufriedenheit des Personals, steigt auch die Attraktivität als Arbeitgeber. Gerade für den Nachwuchs gehören digitale Lösungen im Arbeitsumfeld heute zum Standard. Patientenportale bieten zum Beispiel die Chance, dass klinisches Fachpersonal Befunde und Werte digital bereitstellen kann, anstatt sie umständlich postalisch zu versenden. Die mitbehandelnde Ärzteschaft hat durch diese Portale einen Überblick über alle aktuellen, relevanten Dokumente, während die zu behandelnden Menschen detailliert Termine und Informationen zu ihrem Krankenbild abrufen, aber auch selbst Unterlagen digital bereitstellen können. Behandlungsbezogene Kommunikation kann ebenfalls unkompliziert erfolgen. Das Personal erfährt Entlastung und Unterstützung, während Patientinnen und Patienten von einer besseren Versorgung profitieren, was auch deren Zufriedenheit beeinflusst. Geschickte Digitalisierung kann zudem Wirtschaftlichkeit sicherstellen. Nicht im Sinne der Kostenreduktion, sondern einer Freimachung von finanziellen Ressourcen für andere Projekte.

Wo sehen Sie digitale Herausforderungen im Gesundheitssektor, besonders in Krankenhäusern?

Die Krankenhaus-IT ist für mich die offensichtlichste Aufgabe. Diese ist häufig seit Jahren gewachsen, aber selten modernisiert und optimiert worden. Eine Mammutaufgabe, die dringend bewältigt werden muss. Damit einher geht das Thema des Datenschutzes: Patientinnen und Patienten wollen ihre Daten sicher verwahrt wissen. Leider haben wir in der Pandemie durch Hackerangriffe gesehen, wie vulnerabel Krankenhäuser, ihre Geräte und damit auch die Patientendaten sind. Ein Zustand, der heutzutage nicht mehr tragbar ist.

Den letzten Ansatzpunkt bildet das Personal. Oft fehlt es Einrichtungen an Mitarbeitenden, die Prozesse neu designen und zukünftige IT mitdenken können. Das ist eine Frage der finanziellen Ressourcen oder eben des Outsourcens. Mit dem KHZG ist es aktuell möglich, diese Prozesse in professionelle Hände außerhalb des eigenen Hauses zu geben, um endlich die notwendigen Aufgaben zu meistern.

Welche Rolle spielt Philips bei der Umsetzung von Digitalisierungsprojekten?

Ganz einfach: Wir lösen Herausforderungen. Kaum ein Krankenhaus kann große Digitalisierungsprojekte ohne externe Unterstützung bewältigen. Personelle Engpässe, fehlende Qualifikationen und Erfahrungen bilden schnell große Hürden bei der Umsetzung. Wir bieten nicht nur Medizintechnik an, sondern verfügen über ein stetig wachsendes Healthcare-IT-Portfolio und das entsprechende Know-how. Dabei holen wir uns auch externe Partner zur Ergänzung unseres Lösungsangebotes mit ins Boot. Zudem designen wir herstellerneutral, das heißt unsere Plattformen und Geräte können in bereits bestehende Systeme integriert werden und sind bereichsübergreifend interoperabel. An dieser Stelle ist Planung und Analyse essenziell, sonst erleiden diese Projekte schnell Schiffbruch. Deshalb empfinde ich langfristige Partnerschaften als besonders wertvoll und gewinnbringend. Das Fachpersonal schildert ihre Bedürfnisse, gemeinsam mit ihnen analysieren und im besten Fall optimieren wir die Prozesse. Denn es darf nicht sein, dass das manuelle Schreiben in eine Kurve schneller ist als die Eingabe in ein digitales System – das muss sich ändern. Effiziente Interfaces und Benutzerfreundlichkeit sind hier entscheidend. Statt Papierberge zu bearbeiten, kann sich das Personal seiner eigentlichen Aufgabe widmen: den zu behandelnden Menschen.

Ein Blick in die Zukunft: Wie wird sich das Gesundheitswesen in den nächsten 15 Jahren verändern?

Wie in allen Bereichen wird auch in der Gesundheitswirtschaft verstärkt auf Fokussierung gesetzt werden. Es wird weniger, dafür aber spezialisiertere Krankenhäuser geben. Damit einher geht, dass Versorgung zunehmend ambulant stattfinden und der Mensch mehr Verantwortung und Kontrolle über die eigenen Daten übernehmen wird. Diese werden vermehrt verarbeitet und nutzbar gemacht werden – nicht nur medizinisch erzeugte Daten übrigens, sondern auch jene aus Wearables wie Fitnesstracker und ähnliche Hardware. Im Lösungsbereich wird vermehrt Künstliche Intelligenz (KI) Einzug halten. Die prädiktiven Möglichkeiten in diesem Feld sind noch nicht vollends ausgeschöpft und werden ganz neue Möglichkeiten der Vorsorge und Versorgung eröffnen.

Mehr Informationen dazu, wie Philips Daten, Technologien und Menschen vernetzt, finden Sie unter philips.de/healthcare

Philips GmbH Market DACH

Philips vernetzt Daten, Technologien und Menschen

Die Medizin macht täglich Fortschritte. Damit steigen auch die Anforderungen. Gefragt sind neue Wege der Zusammenarbeit. Bei Philips entwickeln wir integrierte Lösungen, die Menschen, Technologien und Daten zusammenbringen.

Gemeinsam mit Kunden und Partnern treiben wir Innovationen im Gesundheitssystem voran. Denn Gesundheit hört nicht an Abteilungs- oder Sektorengrenzen auf. Das muss auch für die Versorgung gelten.

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