Georg Thieme Verlag KGGeorg Thieme Verlag KG
Georg Thieme Verlag KGGeorg Thieme Verlag KG

Interview mit Marcus Bataryk, Philips GmbH Market DACHKI-Innovationsplattform mit nahtloser Workflowunterstützung

Künstliche Intelligenz erobert im Krankenhaus immer mehr Einsatzfelder. Marcus Bataryk zeigt auf, in welchen Fachbereichen sie zum Einsatz kommt, wie Philips den Anwendern damit neue Handlungsspielräume eröffnet und welche konkreten Vorteile die KI-Plattform AI Manager bietet.

Philips
Marcus Bataryk leitet den Bereich Healthcare Informatics der Philips GmbH Market DACH.

Herr Bataryk, wie verbreitet ist die KI-Unterstützung in Krankenhäusern mittlerweile?

KI ist heute so verbreitet, dass sie kein Zukunftsthema mehr ist. Laut Bitkom nutzen bereits 18 Prozent der Ärzteschaft Künstliche Intelligenz im klinischen Alltag, vor drei Jahren waren das erst 9 Prozent. KI-Anwendungen werden insbesondere in der Radiologie, aber auch der digitalen Pathologie vehement von unseren Kunden eingefordert. Um etwa die Befundung zu beschleunigen und damit automatisch eine Zweitmeinung bereitzustellen, oder um in pathologischen Bildern bestimmte Muster erkennen zu können. Hier markiert die KI kritische Bereiche oder macht Vorschläge, die sich direkt in Befundungen übernehmen lassen. In der Intensivmedizin steigt der KI-Einsatz ebenfalls, vor allem, um Vital- und Labordaten so aufzubereiten, dass Risiken schneller erkannt und Behandlungsentscheidungen unterstützt werden. Auch die generative KI beginnt gerade, in Kliniken Einzug zu halten: Etwa um Befundschreibungen im PACS zu erleichtern, indem sie Kontextinformationen aus dem KIS und anderen Tools zieht und zur Befundung nutzt. Wir setzen bei Philips darauf, die KI-Anwendungen immer sehr tief in die von uns angebotenen Lösungen zu integrieren. Um die Unterbrechung von Workflows zu verhindern, werden die Ergebnisse aus der KI direkt und ohne Medienbrüche in die Befundung übernommen.

Welche KI-Lösungen bietet Philips an?

Wir bieten in vielen Bereichen KI-Lösungen – über die Radiologie, Kardiologie, digitale Pathologie und auch die Intensivmedizin. Diese Anwendungen sind bereits voll im klinischen Alltag angekommen. Etwa unsere Smart-Speed-Applikation, die bei MRT-Untersuchungen die Bildqualität erhöht und gleichzeitig die Aufnahmedauer reduziert. Auch zur Bildnachbearbeitung und Auswertung von MRT- und CT-Bildern bieten wir KI-Algorithmen, um die Diagnostik und Berichterstellung zu beschleunigen. Ein weiteres Beispiel ist die digitale Pathologie: Wir bieten mit der Philips IntelliSite Pathology Solution und der IBEX-KI eine sofort einsetzbare Lösung für die digitalisierte Pathologie, die bereits in über 35 Laboren weltweit im Einsatz ist. Mit der KI-Plattform AI Manager, die eng mit unserem PACS-System verknüpft ist, bieten wir zudem einen Marktplatz, der KI-Anwendungen sowohl von Philips als auch anderen Herstellern bereitstellt. So kommen hier ständig neue Marktlösungen hinzu. Unsere Kunden können damit flexibel auswählen, welche Applikationen sie nutzen möchten – mit nur einem Vertragspartner.   

Philips
KI-Anwendungen sind sehr tief in die Philips Lösungen integriert.

Welche konkreten Vorteile haben Kliniken durch die KI-Plattform „AI Manager“?

Die Vorteile zeigen sich etwa im Vestre Viken Hospital Trust in West-Norwegen, wo der AI-Manager vor allem in Randzeiten zum Einsatz kommt. Hier liefert eine KI-Anwendung in der Notaufnahme eine Zweitmeinung. Historisch sind Notfallmediziner oft unerfahren in bestimmten Diagnosen. Daher müssen Befunde häufig an die Radiologie weitergeleitet werden, was zu hoher Arbeitsbelastung und langen Wartezeiten führt. Diese Kombination aus Befund plus KI sorgt jetzt dagegen für Diagnosesicherheit, ohne die Radiologie zusätzlich zu belasten. Konkret hat sich damit die Arztkonsultationszeit um 42 Minuten pro Tag gesenkt, ganze 12.800 Patienten mit unauffälligen Befunden konnten so ohne Folgeuntersuchung entlassen werden. Insgesamt hat der Hospital Trust mit Hilfe der Anwendung 400 Tage Wartezeit eingespart. Zudem konnten 8.900 Radiologie-Konsultationen auf komplexere Fälle fokussiert werden. Auch in Deutschland nutzen viele größere Häuser diese KI-Plattform, insbesondere private Klinikketten. Das zeigt, wie gut wir hier unterwegs sind.

Mehr Informationen dazu, wie Philips Daten, Technologien und Menschen vernetzt, finden Sie unter philips.de/healthcare   

Philips GmbH Market DACH

Philips vernetzt Daten, Technologien und Menschen

Die Medizin macht täglich Fortschritte. Damit steigen auch die Anforderungen. Gefragt sind neue Wege der Zusammenarbeit. Bei Philips entwickeln wir integrierte Lösungen, die Menschen, Technologien und Daten zusammenbringen.

Gemeinsam mit Kunden und Partnern treiben wir Innovationen im Gesundheitssystem voran. Denn Gesundheit hört nicht an Abteilungs- oder Sektorengrenzen auf. Das muss auch für die Versorgung gelten.

philips.de/healthcare