Wir erleben derzeit einen schleichenden Szenenwandel“, erklärt Krammer: Einer stetig wachsenden Anzahl neuer und immer komplizierterer Regelwerke – 1.600 seien es allein für das Gesundheitswesen in Österreich – stünden zunehmend klagebereite Patienten gegenüber und neuerdings auch noch Behörden, die die Umsetzung der bis in den letzten Winkel verrechtlichten Gesundheitseinrichtungen präventiv kontrollieren. In 80 österreichischen Krankenhäusern wurde dieses Jahr so beispielsweise schon sehr umfassend die Umsetzung der Medizinproduktebetreiberverordnung überprüft.
Reden und dokumentieren
Eine weitere sich ändernde Rahmenbedingung ist: Der Konkurrenzdruck unter den Häusern nimmt zu. Das knappe Geld wird in Zukunft mehr noch als bisher dort investiert werden, wo es potenzielle Patienten und ihre Besucher wahrnehmen. Sie sehen die Hotelqualitäten, moderne Medizin- und Kommunikationstechnik, aber nicht die zahlreichen, zwar sicherheitsrelevanten, für die Schönheit des Krankenhauses aber völlig unwichtigen technischen Anlagen im Hintergrund. Wie sehr das Kerngeschäft von einer zuverlässig funktionierenden Technik abhängt – auch das erlebt Krammer als eine sich verändernde Arbeitsbedingung für die Techniker im Krankenhaus – sei vielen Krankenhausmanagern, selbst Ärzten und Pflegern, nicht bewusst. „Abhilfe schaffen kann hier nur eine transparente Durchleuchtung und Bewertung sämtlicher von technischer Infrastruktur und ihrem Nichtfunktionieren ausgehenden Risiken. Wenn Manager schwarz auf weiß sehen, was passieren kann, wenn gewisse Maßnahmen nicht getroffen werden, dann können sie die erforderlichen Gelder nur schwerlich nicht lockermachen. Tun sie es dennoch nicht, steht der Technische Leiter aber zumindest auf der sicheren Seite, weil er auf die Risiken aufmerksam gemacht hat“, betont Krammer. Vor allem zwei sehr grundlegende Fähigkeiten müssten die Techniker im Krankenhaus dazu weiterentwickeln: kommunizieren und dokumentieren.
Üben mit ÖVE/ÖNORM EN 80001-1
Ein guter Anlass, das zu üben, biete sich augenblicklich mit der ÖVE/ÖNORM EN 80001-1 für das Risikomanagement von IT-Netzwerken, in die Medizinprodukte eingebunden sind. Hier können die Technikmanager ihr Talent beweisen, als Vernetzer zu agieren, berufsübergreifend Gefahren zu erkennen und zu besprechen, um sie schließlich in einer transparenten Sicherheitsstruktur zu beherrschen. Krammer ist überzeugt: „Die ÖVE/ÖNORM EN 80001-1 ist eine Chance, uns als kompetente Partner der Geschäftsleitung in der Betreiberverantwortung zu präsentieren. Dieses Heft sollten wir uns nicht von anderen Berufsgruppen aus der Hand nehmen lassen. Mehr dazu vom 23. bis 26. September in Pörtschach!“


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