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Qualitätssteigerung98,1 Prozent aller Kliniken wollen KHZG-Antrag stellen

Das Interesse von Kliniken, sich an der Ausschreibung des deutschen Krankenhauszukunftsgesetzes (KHZG) zu beteiligen, ist ungebrochen. Hierauf weist die jüngste Blitzumfrage der Forschungsgruppe Informatik im Gesundheitswesen der Hochschule Osnabrück hin.

Digitalisierung
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Symbolfoto

Das Krankenhauszukunftsgesetz stellt Krankenhäusern Finanzierungshilfen für den Ausbau der Digitalisierung von insgesamt 4,3 Milliarden Euro in Aussicht. Von den 157 Krankenhäusern aus allen Regionen Deutschlands, unterschiedlicher Größen und Trägerschaften, die an der Befragung der Forschungsgruppe Informatik im Gesundheitswesen der Hochschule Osnabrück teilnahmen, gaben 98,1 Prozent an, mindestens einen Antrag bereits gestellt zu haben oder dies noch zu planen.

Digitalisierung soll Versorgungsqualität verbessern

Ihre hauptsächliche Motivation liegt neben der operativen Verbesserung des aktuellen Standes der Digitalisierung (Rang 2) und Technik (Rang 3) in erster Linie in der Steigerung der Qualität (Rang 1), aber auch der Effizienz (Rang 4). Dies zeigt, dass Krankenhäuser klare Vorstellungen von Mehrwerten entwickelt haben und Technik und Digitalisierung nicht als Selbstzweck erachten.

Dokumentation, Aufnahme- und Entlassmanagement sowie Medikationsmanagement

Aus den elf Fördertatbeständen wählten die teilnehmenden Krankenhäuser deutliche Schwerpunkte aus. Zu den Favoriten gehörten:

  1. digitale Pflege- und Behandlungsdokumentation (95,5 Prozent)
  2. Patientenportale (79,9 Prozent)
  3. digitales Medikationsmanagement (73,4 Prozent)
  4. IT-Sicherheit (56,5 Prozent)

Diese Schwerpunkte zeugen von einem Hauptinteresse an interner Dokumentation und den internen Prozessen rund um die Medikation, an einem nahtlosen Management der Patienten an den Einrichtungs- und Sektorengrenzen sowie einer Schaffung von Grundlagen einer sicheren Informationsverarbeitung über eine gute IT-Sicherheit. Anpassung von Patientenzimmern, Versorgungsnachweissystem für Betten sowie die Abstimmung mehrerer Krankenhäuser landeten auf den letzten Plätzen.

Entscheidungsunterstützung und Medikationsmanagement mangelhaft

Aufschluss über die aktuelle Situation geben auch die Informationen zu der Erfüllung von Muss- und Kann-Kriterien zu den Fördertatbeständen. Die Muss-Kriterien sind diejenigen, die durch die Förderung erfüllt werden müssen. Absolut betrachtet erfüllen die Krankenhäuser in folgenden Fördertatbeständen in der Mehrheit, d.h. 50 Prozent und mehr, nach eigenen Aussagen viele oder fast alle Kriterien:

  1. Anpassung von Patientenzimmern (66,7 Prozent)
  2. Notaufnahme (63,5 Prozent)
  3. digitale Leistungsanforderung (65,3 Prozent)
  4. IT-Sicherheit (51,9 Prozent).

Am unteren Ende der bereits erfüllten Muss-Kriterien firmieren die Themen Patientenportale (23,9 Prozent), Entscheidungsunterstützungssystem (27,9 Prozent), Versorgungsnachweis für Betten (30 Prozent) und digitales Medikamentenmanagement (34,9 Prozent).

Aufnahme-/Entlassmanagement und Medikationsmanagement sollen besser werden

Bei der gemeinsamen Betrachtung der Anzahl der Anträge und Erfüllung von Muss-Kriterien zeigt sich, dass es Fördertatbestände gibt, für die bislang nur wenige Muss-Kriterien erfüllt werden und deshalb viele Krankenhäuser einen Antrag stellen, um einen Sprung nach vorne zu unternehmen. Dies gilt für Patientenportale, in denen das Aufnahme-, Entlass- und Überleitungsmanagement digital unterstützt werden soll. Ähnliches gilt für das digitale Medikationsmanagement.

Andererseits gibt es andere Fördertatbestände, insbesondere die digitale Pflege- und Behandlungsdokumentation, bei der von den antragstellenden Krankenhäusern bereits jetzt viele (73 Prozent) mindestens die Hälfte der Muss-Kriterien erfüllen. Obwohl dies der Fall ist, werden trotzdem für diesen Bereich die meisten Anträge (95,5 Prozent der beantragenden Krankenhäuser) gestellt. Schließlich gibt es geförderte Themen, in denen die Krankenhäuser eher nicht die Muss-Kriterien erfüllen, aber dennoch die Anzahl der Anträge sich nur im mittleren Bereich bewegt. Dies gilt besonders für Entscheidungsunterstützungssysteme, für die nur 44,2% der Krankenhäuser einen Antrag stellen wollen, obwohl nur 27,9 Prozent der Krankenhäuser viele oder fast alle Muss-Kriterien erfüllen.

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