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Individuelle PatientenversorgungBaden-Württemberg investiert verstärkt in KI-Forschungsprojekte

Die Landesregierung von Baden-Württemberg fördert den Einsatz Künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen und untersützt drei KI-Forschungsprojekte mit insgesamt 2,5 Millionen Euro.

Labor
Totojang1977/stock.adobe.com

Symbolfoto

Mit dem Cyber Valley, einem Verbund aus Wirtschaft und Wissenschaft, ist Baden-Württemberg bereits europaweiter Vorreiter in der Erforschung und Anwendung Künstlicher Intelligenz (KI). In den kommenden Jahren möchte die Landesregierung den Einsatz von KI im Gesundheitswesen und damit auch zur Verbesserung der Versorgung der Bürgerinnen und Bürger stärker unterstützen. Den Startschuss macht die Förderung von drei zukunftsweisenden Projekten mit insgesamt 2,5 Millionen Euro.

Patientenzentrierte Präzisionsonkologie

Das Projekt „Die KI-Translations-Initiative: Transparente und sichere Entscheidungen durch Künstliche Intelligenz für die patientenzentrierte Präzisionsonkologie bei Melanom, Brust- & Prostatakrebs“ des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg erhält mehr als 1,5 Millionen Euro aus Landesmitteln. Dabei werden neuartige digitale Biomarker entwickelt, die zur Verbesserung der Krebs-Diagnostik und Therapiesteuerung beim malignen Melanom (schwarzer Hautkrebs) und beim Brust- und Prostatakrebs beitragen können.

Männergesundheit

Ein Projekt, bei dem Künstliche Intelligenz bereits den Einzug in die Versorgung halten wird, ist „Männergesundheit im Nordschwarzwald – Dezentraler Einsatz der KI in der Prostatakrebsfrüherkennung“ des Siloah St. Trudpert Klinikums in Pforzheim, das gut 320 000 Euro erhält. Prostatakrebs gilt als die am häufigsten gemeldete Krebsneuerkrankung bei Männern in Baden-Württemberg. Die Vorsorge wird allen Männern ab dem 45. Lebensjahr empfohlen und erfolgt im Wesentlichen in der ambulanten Urologie. Mit zunehmendem diagnostischem Aufwand werden Leistungen immer mehr in die Klinik verschoben und verbrauchen entsprechende Ressourcen. Das eingesetzte System basiert auf einem standardisierten Ultraschall, der telemetrisch einer plattformbasierten KI-Auswertung zugeführt und nach Auswertung in Echtzeit auffällige Areale farbig markiert rückmelden kann. Diese können dann gezielt mit wenigen Biopsien überprüft werden.

Individualisierte Demenz-Behandlung

Ziel des Projekts „Alfredo – KI-basierte Plattform für die ambulante Früherkennung und individualisierte Behandlung von Demenz“ ist die Entwicklung einer digitalen Plattform, die einen mehrstufigen Prozess begleitet, der von der KI-gestützten Vorhersage über die niederschwellige Früherkennung bis hin zu individualisierten Behandlungsstrategien für Demenzerkrankte reicht. Neuesten Studien zufolge kann rund ein Drittel aller Demenzerkrankungen durch eine rechtzeitige Behandlung von spezifischen Risikofaktoren verhindert oder zumindest der Verlauf positiv beeinflusst werden. Dabei kommen patentierte Verfahren und Technologien zum Einsatz. Dazu zählen insbesondere KI-gestützte psychometrische Verfahren und Hirnfunktionsmessungen, die durch eine innovative Elektrodentechnologie auch von zu Hause aus anwendbar sind. Das Projekt wird vom FZI Forschungszentrum Informatik in Karlsruhe in Kooperation mit der Diakonie Baden durchgeführt und mit knapp 650 000 Euro gefördert.

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