Studie

Digitale Doppelgänger für eine individuelle und bezahlbare Medizin

Er ist das virtuelle Abbild eines Menschen und kann Auskunft darüber geben, ob ein Medikament wirkt oder eine Therapie anschlägt: der digitale Zwilling in der Medizin.

Digitalisierung

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In die Computersimulationen als Teil der personalisierten Medizin setzen Wissenschaftler und Ärzte große Hoffnungen, denn sie ermöglichen eine individuellere Therapie, sodass sich genauere Diagnosen erstellen und Fehlbehandlungen sowie Nebenwirkungen von Medikamenten reduzieren lassen. Doch wie stehen die Bürger in Deutschland zum Konzept des digitalen Zwillings? Um Antworten zu finden, hat PwC für seine Studie „Der digitale Zwilling“ rund 1.000 Bundesbürger und zusätzlich 200 Patienten, die unter Diabetes mellitus leiden, befragt.

Was halten Patienten mit Diabetes, im Volksmund auch Zuckerkrankheit genannt, von dem Lösungsansatz? Viel, wie die PwC-Studie belegt: 72 Prozent finden die Idee, mithilfe ihrer genetischen Daten einen digitalen Zwilling erstellen zu lassen, sinnvoll. Vor allem setzen sie darauf, dass sich durch die Computersimulationen mögliche Folgeschäden früher erkennen und reduzieren lassen, wie 44 Prozent der Diabetiker bestätigen. Ebenso erwarten 41 Prozent, dass durch diesen medizinischen Ansatz die Gefahr einer Über- oder Unterzuckerung sinkt. An dritter Stelle erhoffen sich 40 Prozent der Patienten mit Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2 Hilfe bei der optimalen Einstellung ihrer Medikamente (Tabletten und Insulin).

Nur 17 Prozent lehnen den digitalen Doppelgänger ab

Acht von zehn Deutschen wären grundsätzlich bereit dazu, einen virtuellen Doppelgänger von sich selbst anfertigen zu lassen – lediglich 17 Prozent lehnen das strikt ab. Die meisten können sich die Computersimulation aber nur unter bestimmten Voraussetzungen vorstellen – etwa, wenn sie unter einer chronischen oder seltenen Krankheit leiden würden (41 bzw. 38 Prozent). Die nötige Erhebung der Daten für die Analysen soll am besten über intelligente Pflaster erfolgen – gerade Patienten mit Typ-1-Diabetes oder Typ-2-Diabetes bevorzugen diese Lösung. Alternativ sind für die Studienteilnehmer auch Wearables oder Gesundheits-Apps denkbar.

Dem digitalen Zwilling eilt ein guter Ruf voraus – und entsprechend hoch sind die Erwartungen an ihn: 76 Prozent der Bürger sind davon überzeugt, dass es sich um einen innovativen Ansatz für die medizinische Versorgung der Zukunft handelt (Patienten mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes: 75 Prozent). Entsprechend erwarten die Versicherten, dass eine flächendeckende Einführung des virtuellen Abbilds die medizinische Forschung stark vorantreiben könnte, wie jeweils 74 Prozent aus der Gruppe der allgemeinen Bevölkerung und der Patienten mit Diabetes mellitus bestätigen.

Weniger unnötige Operationen und geringere Nebenwirkungen

Als die größten Vorteile sehen die Deutschen, dass der virtuelle Doppelgänger den Arzt bei seiner Therapieentscheidung unterstützen kann und ihm hilft, die besten Medikamente für seine Behandlung zu finden. Die Bürger schätzen aber auch die konkrete Entlastung durch die Computersimulationen für den Patienten, etwa durch eine individualisierte Therapieentscheidung, die mit weniger unnötigen Operationen und geringeren Nebenwirkungen von Medikamenten einhergeht.

Als großen Nachteil hingegen sehen die Bürger, dass sie beim Einsatz des virtuellen Patienten ihre Gesundheitsdaten preisgeben müssen. 80 Prozent der Deutschen äußern die Sorge, dass ihre Daten in die falschen Hände geraten könnten, beispielsweise an die Krankenkasse weitergeleitet werden. Auch in der Gruppe der Diabetes-Patienten ist diese Sorge mit 79 Prozent ausgeprägt. Bevor das Modell flächendeckend eingesetzt wird, erwarten die Versicherten in Deutschland daher, dass zunächst alle Fragen des Datenschutzes geklärt sind, wie 89 Prozent der Bürger fordern.

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