Studie "Global Top Health Industry Issues"

Die acht wichtigsten Trends im weltweiten Gesundheitswesen

Das Health Research Institute (HRI) von PricewaterhouseCoopers (PwC) hat die Studie "Global Top Health Industry Issues" veröffentlicht. Darin beschreibt PwC acht Trends, die das globale Gesundheitswesen verändern.

Stethoskop

Foto: Pixabay

digitale Anwendungen und Künstliche Intelligenz, Virtual-Health-Systeme, ein verbesserter Zugang zur Behandlung und angenehmere Erfahrungen für Patienten, einfachere Teilnahme an Gesundheitsstudien durch Apps und Telemedizin, technologische Lösungen für Kapazitätssteigerungen und Kostensenkung, vermehrter Einsatz von Gesundheitsapps und -geräten, die Bedrohung durch Cyberkriminalität sowie die zunehmende Berücksichtigung sozialer Faktoren für die Gesundheit.

Zudem bietet die Studie praktikable Strategien für Entscheider und andere Akteure der Branche. Für das deutsche Gesundheitssystem sind insbesondere die vier folgenden Trends hervorzuheben:

Deutsche Kliniken müssen Schutz gegen Cyberkriminelle nachweisen

300.000 betroffene Computer in 150 Ländern - so lautete 2017 der alarmierende Befund, als die Schadsoftware "WannaCry" eine Sicherheitslücke in Windows-Rechnern nutzte. Je häufiger ans Internet angeschlossene medizinische Geräte und Netzwerke im Gesundheitswesen verwendet werden, desto höher ist das Risiko, dass sie zum Ziel von Cyberattacken, Ransomware und Malware werden. Dabei stehen vor allem sensible Patientendaten im Fokus.

Krankenhäuser zählen - neben etwa der Stromversorgung, der Telekommunikation, Banken und Versicherungen - zu den kritischen Infrastrukturen, also solchen Einrichtungen, die für das staatliche Gemeinwesen besonders bedeutsam sind. Viele Kliniken in Deutschland müssen sich auf die zunehmenden Bedrohungen durch Schadsoftware einstellen und bis Ende Juni 2019 in Audits nachweisen, dass sie die "Änderungsverordnung zur Bestimmung Kritischer Infrastrukturen nach dem BSI-Gesetz" (BSI-Kritis-Verordnung vom 30. Juni 2017) umgesetzt haben. Die Audits werden alle zwei Jahre wiederholt.

15 bis 20 Prozent Effizienzsteigerung durch digitale Lösungen

Digitale Lösungen werden das weltweite Gesundheitswesen künftig deutlich stärker als heute prägen, insbesondere bei der Automatisierung von Prozessen und in der Verwaltung. Unternehmen und andere Organisationen können ihre Effizienz mit smarten Technologien bis 2021 um geschätzte 15 bis 20 Prozent steigern, wenn sie digitale Anwendungen unter anderem für die Geschäftsprozessoptimierung oder die Entwicklung medizinischer Produkte einsetzen. Die Digitalisierung wird auch bedeutsamer bei der Entwicklung und Umsetzung von Therapien, bei Patientenversicherungen und der klinischen Dokumentation. Durch Präzisionsmedizin, die beruhend auf einer breiten Basis medizinischer Daten Zusammenhänge zwischen physischen Eigenschaften und Krankheitsentwicklungen offenbart, kann in Zukunft beispielsweise eine enorme Zeit- und Kostenersparnis erreicht werden.

Bis Künstliche Intelligenz (KI) im deutschen Gesundheitswesen eine große Rolle spielt, wird es allerdings noch dauern. "Solche Anwendungen basieren auf sehr großen Datenmengen - und die müssen aktuell erst aufgebaut werden", sagt Michael Burkhart, Partner und Leiter des Bereichs Gesundheitswirtschaft bei PwC. Das Potenzial solcher Anwendungen sei aber gewaltig, so der Experte. So ließen sich mit KI beispielsweise schwere Krankheiten früh erkennen und die Gesundheits- und Folgekosten in Europa um viele Milliarden Euro senken.

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