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Auf dem VormarschDigitale Pathologie bietet schnellere, zuverlässigere und reproduzierbarere Ergebnisse

Die digitale Pathologie ist auf dem Vormarsch in deutschen Krankenhäusern. Der Ersatz der konventionellen Mikroskopie durch die Befundung am Computerbildschirm in Verbindung mit dem digitalen Datenmanagement verspricht zahlreiche Vorteile.

Mikroskop
pixabay
Symbolfoto

Die neue Technik erleichtert und beschleunigt unter anderem den fachlichen Austausch und sie ermöglicht eine effiziente Arbeitsteilung zwischen unterschiedlich gut ausgestatteten Standorten. Vor allem aber erwarten Mediziner in naher Zukunft eine Erweiterung der analytisch-mikroskopischen Diagnostik durch die Nutzung von KI und moderner Bildverarbeitung.

Schon jetzt sehen Fachleute Vorteile bei der Bestimmung von Größe und Tiefenausdehnung von Tumoren, bei der Bemessung von Sicherheitsabständen oder der Analyse von Biomarkern. Künftig sei auch eine 3D-Rekonstruktion von Großflächen-Schnitten denkbar, um die Diagnostik zu präzisieren, etwa bei Prostata- und Mammakarzinomen. Auch komplizierte Berechnungen zu Score-Werten werden in kürzester Zeit verfügbar sein.

Voraussetzung für den Einsatz der digitalen Pathologie sind unter anderem besonders leistungsfähige Präparate-Scanner und Bildschirme, die vor allem die präzise Darstellung von Farbunterschieden erlauben. Außerdem muss die Verknüpfung mit dem bestehenden Pathologie-Informationssystem möglich sein. Der Bundesverband Deutscher Pathologen (BDP) hat einen entsprechenden Leitfaden erstellt.

Viele Häuser zögern noch

Die digitale Pathologie produziert enorme Mengen an Daten. Dafür muss die notwendige Serverkapazität beschafft, aufgestellt und gemanaged werden. Ein Grund, warum viele Häuser noch zögern.

Außerdem habe auch die Industrie mit diesem noch jungen Feld noch wenig Erfahrung, so der BDP. Das mache es für das jeweilige Pathologische Institut nicht einfach, den richtigen Partner zu finden. Die virtuelle Mikroskopie werde dennoch die Lichtmikroskope ersetzen und darüber hinaus Bereiche erschließen, in denen das konventionelle Verfahren nicht greift, sind renommierte Pathologen, wie Prof. Peter Hufnagl vom Institut für Pathologie der Charité in Berlin und einer der Autoren des BDP-Leitfadens, überzeugt. Sie verhelfe zu schnelleren, zuverlässigeren und reproduzierbareren Ergebnissen. Die digitale Pathologie gehört zu den Schwerpunktthemen auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Pathologie. Die letzte Jahrestagung fand im Mai 2018 in Berlin statt, die nächste im Juni 2019 in Frankfurt am Main.

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