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Digitalisierung macht den Umgang mit Patientendaten komplexer

Die Digitalisierung ist mittlerweile auch im Gesundheitswesen angekommen – Cloud Computing liegt im Trend. Doch wenn es um Patientendaten geht, kann der Datenschutz gar nicht hoch genug sein.

Datenschutz

Foto: Fotolia (momius)

Wenn es um Patientendaten geht, kann der Datenschutz nicht hoch genug sein.

Aufgrund zahlreicher neuer Gesetze müssen sich auch Ärzte und Krankenhäuser zunehmend mit Fragen des Datenschutzes und der Datensicherheit beschäftigen. Das 2015 in Kraft getretene IT-Sicherheitsgesetz, das 2016 veröffentlichte E-Health-Gesetz und aktuell die EU-Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) haben Auswirkungen auf den medizinischen Bereich.

So ist stets die Einwilligung des Patienten in die Nutzung seiner Daten vonnöten, was gleichzeitig beweispflichtig dokumentiert werden muss – im Gesundheitswesen ein wichtiges Thema. Noch ist unklar, ob dabei bereits die Abgabe der elektronischen Gesundheitskarte als Einwilligung in die technische Datenspeicherung angesehen werden kann. Zudem gibt es immer mehr elektronische Dienste, wie Terminvereinbarungs- oder Erfahrungsaustauschplattformen, welche auch Kinder nutzen können. Diese benötigen künftig eventuell eine Altersverifizierung.

Transparenz im Umgang mit Patientendaten

Des Weiteren muss die Transparenz für die Betroffenen verbessert werden. Aspekte wie leichte Verständlichkeit sowie Auskunftsrechte spielen dabei eine große Rolle. So muss dem Patienten zum Beispiel mitgeteilt werden, wie lange seine Daten gespeichert werden. Auch das vorgesehene Recht auf Datenportierung bei offenen Diensten, die sogenannte „Consumervorschrift“, wird spätestens beim Arztwechsel eines Patienten relevant.

Wenn sich Ärzte und Krankenhäuser auf die neuen Bestimmungen vorbereiten, ist auch auf das Thema Auftragsdatenverarbeitung zu achten. Verträge mit externen Partnern sollten geprüft, die Verfahrensverzeichnisse auf Vollständigkeit kontrolliert und das IT-Sicherheitskonzept aktualisiert werden. Für den Fall einer Datenschutzpanne müssen Meldeketten eingerichtet sowie regelmäßig getestet werden.

Weitere Informationen zum Datenschutz im Gesundheitswesen erhalten Sie auf www.datenschutz.org/gesundheitswesen.

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