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E-Health Monitor 2021Digitalisierungs-Push dank fokussierter Gesetze

Das Prüfverfahren für DiGA ebne somit zwar den Weg zur Erstattung, erhöhe jedoch gleichzeitig die Eintrittshürde für Apps hinsichtlich Nutzennachweis und Datenschutzanforderungen. Trotzdem wecke dies viel Interesse im Ausland.

Einen besonderen Fokus legt der E-Health Monitor auch auf die deutschen Forschungspublikationen zur Evidenz von E-Health-Lösungen. Deren Zahl hat sich im letzten Jahrzehnt von 20 auf 116 im Jahr 2020 nahezu versechsfacht. Dennoch sind es nur halb so viele wie in Großbritannien. 84 Prozent der Publikationen weisen einen positiven Nutzeneffekt der digitalen Anwendungen nach – allein drei Viertel davon einen verbesserten Gesundheitsstatus der Patienten. Rund 10 Prozent der Studien belegen höhere Kosteneffizienz, 14 Prozent eine Zeitersparnis für Ärzte. Hier werde deutlich, dass E-Health- Anwendungen das Potenzial haben, Patienten bei nachhaltigen Verhaltensänderungen zu helfen und Behandelnde zu unterstützen.

Nachholbedarf bei der Kommunikation

Einen großen Nachholbedarf zeigt der E-Health Monitor allerdings in der Rubrik „digitale Gesundheitskompetenz“: Rund 55 Prozent der Deutschen zeigen sich zwar in Umfragen digitalen Gesundheitsangeboten gegenüber aufgeschlossen, doch Ende 2020 hatten beispielsweise rund 40 Prozent der Versicherten noch nie etwas von der ePA gehört.

Entsprechend gering ist bislang auch die Resonanz auf das digitale Angebot: Ein halbes Jahr nach der Einführung der ePA im Januar haben weniger als 240 000 Versicherte der 20 größten gesetzlichen Krankenversicherungen die Akte heruntergeladen.

Auch funktioniere der Datenaustausch zwischen ambulanten und stationären Einrichtungen weiterhin nur analog. Die Kommunikation zwischen Arztpraxen und Krankenhäusern erfolgt zu 95 Prozent immer noch in Papierform, denn Patienten und Versicherten mangelt es oft an Aufklärung über den Nutzen von E-Health.

Trotz einiger Fortschritte im letzten Jahr sei man noch lange nicht am Ziel, stellte McKinsey-Partnerin Laura Richter, Co-Autorin der Studie, bei der Vorstellung der Analyse fest. „Die größten Herausforderungen sind der flächendeckende Datenaustausch von Leistungserbringern insbesondere über ambulant-stationäre Grenzen hinweg sowie die Skalierung von ePA und E-Rezept in Richtung Patienten durch eine umfassende Informationskampagne.“

Die gedruckte Studie kann bei der Medizinisch Wissenschaftlichen Verlagsgesellschaft bestellt werden.

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