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BMG-AusschreibungDigitalRadar soll digitalen Reifegrad von Kliniken bewerten

Das Bundesministerium für Gesundheit hat das Konsortium DigitalRadar damit beauftragt, den digitalen Reifegrad der Krankenhäuser unter die Lupe zu nehmen. Die Projektlaufzeit startet im Juni 2021 und dauert bis April 2024.

Digitalisierung
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Symbolfoto

Mit dem Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) investieren Bund und Länder bis zu 4,3 Milliarden Euro in die digitale Infrastruktur der Krankenhäuser. Begleitend sieht das Gesetz eine "Analyse und Bewertung des grundsätzlichen Standes der Digitalisierung in deutschen Krankenhäusern und der Effekte des Zukunftsfonds auf den Digitalisierungsgrad, die Versorgungen von Patientinnen und Patienten und die regionalen Versorgungsstrukturen" vor. Das Bundesministerium für Gesundheit hat im Rahmen einer Ausschreibung das Konsortium DigitalRadar beauftragt diese Evaluation durchzuführen. Die Projektpartner sind HIMSS Europe, inav - Institut für angewandte Versorgungsforschung, Lohfert & Lohfert, RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und Universität St. Gallen.

Das Projekt erstreckt sich über den Zeitraum Juni 2021 bis April 2024 und sieht die Entwicklung und Implementierung eines deutschen Reifegradmodells hinsichtlich der Digitalisierung für Krankenhäuser vor. Dieses beruht sowohl auf nationalen wie auch internationalen Erfahrungen sowie Best Practices und ermöglicht eine internationale Vergleichbarkeit. Gleichzeitig werden die nationalen Anforderungen der deutschen Krankenhauslandschaft berücksichtigt.

Dreiteilige Projekt-Gliederung

Im ersten Teilprojekt wird von dem Konsortium ein Reifegradmodell entwickelt welches als Mess- und Bewertungsinstrument dient und die standardisierten und wissenschaftlichen Beurteilung des Digitalisierungsgrads von Krankenhäusern ermöglicht. Dieses basiert auf national und international etablierten Reifegradmodellen und wird auf das deutsche Krankenhaussystem zugeschnitten. So fließen beispielsweise in das Modell auch die Fördertatbestände des Krankenhauszukunftsfonds mit ein.

Mithilfe des DigitalRadars werden im zweiten Schritt die Reifegrade der Krankenhäuser erhoben und ausgewertet. Dafür ist eine strukturierte Selbsteinschätzung der Krankenhäuser in den Jahren 2021 und 2023 vorgesehen.

Abschließend erfolgt die Gesamtanalyse des longitudinalen Verlaufes und der Trends sowie eine wissenschaftliche Evaluierung der Effekte des KHZG-Investitionsprogramms.

Konkrete Gestaltungsempfehlungen für digitale Zukunft der Kliniken

In Deutschland gibt es ca. 2000 Krankenhäuser. Das DigitalRadar-Konsortium wird die teilnehmenden Krankenhäuser mit Informationen zum Status-Quo ihres Digitalisierungsgrads versorgen und sie dadurch auf ihrem Weg zur Digitalisierung unterstützen. Dazu fließen auch die Erfahrungen aus über 65.000 Reifegradevaluierungen weltweit ein.

"DigitalRadar nimmt Bezug zu den Förderbeständen des Krankenhauszukunftsfonds und zu den Besonderheiten der deutschen Krankenhauslandschaft und lässt diese mit den Ansätzen von akzeptierten und bereits etablierten Reifegradmodellen verschmelzen. Dadurch erhalten die Krankenhäuser neben einer nationalen Bewertung auch einen Indikator zu Ihrer Position im international etablierten sowie wissenschaftlich fundierte Handlungsempfehlungen", sagt. Prof. Dr. med Sylvia Thun, Projektleiterin bei DigitalRadar.

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