Georg Thieme Verlag KGGeorg Thieme Verlag KG
Georg Thieme Verlag KGGeorg Thieme Verlag KG

KI-beschleunigte MRT-ScansFacebook AI und NYU kündigen FastMRI-Durchbruch an

Facebook AI und NYU Langone Health forschen gemeinsam an der Nutzung von Künstlicher Intelligenz in der Radiologie. Die Forschungsinitiative „FastMRI“ soll MRT-Untersuchungen beschleunigen und könnte CT-Scans künftig ersetzen.

Künstliche Intelligenz
RS-Studios/stock.adobe.com
Symbolfoto

„FastMRI“ ist eine gemeinsame Forschungsinitiative zur Künstlichen Intelligenz (KI) von Facebook AI und NYU Langone Health, einem akademischen medizinischen Zentrum in New York City, das an die New York University angeschlossen ist. Ziel des Projektes ist es, neue Wege zur Nutzung Künstlicher Intelligenz zu entwickeln, um den MRT-Scan-Prozess zu beschleunigen.

Im Gegensatz zu den meisten medizinischen KI-Bildgebungsprojekten, die versuchen, die KI zur automatischen Überprüfung von Bildern zu verwenden, um Anomalien zu erkennen, verwendet „FastMRI“ die KI, um Bilder auf eine neue Art und Weise zu erstellen, die viel weniger Daten benötigt.

KI-beschleunigte Bilder qualitativ hochwertiger

In einer umfassenden, neuen klinischen Studie stellten Radiologen fest, dass die von „FastMRI“ generierten KI-Bilder - die mit etwa 4 Mal weniger Daten vom Scangerät erstellt wurden - diagnostisch mit herkömmlichen MRTs austauschbar waren. Die Mediziner konnten nicht unterscheiden, welche Bilder mittels KI erstellt wurden und welche von den langsameren traditionellen Scans stammten. Dies bedeutet, dass „FastMRI“ den Scan-Vorgang um ein Vielfaches beschleunigen kann. Alle Radiologen bewerteten die KI-beschleunigten Bilder zudem als qualitativ hochwertiger als herkömmliche Scans.

Die Erfassung der Rohdaten für eine diagnostische MRT-Untersuchung kann im Normalfall bis zu einer Stunde dauern. Durch eine Beschleunigung des Verfahrens müssten Patienten weniger Zeit in einer lauten Klaustrophobie-auslösenden Röhre verbringen. Besonders für Kinder und schwerkranke Menschen kann das eine unangenehme Erfahrung sein.

MRT könnte Einsatz von CT-Scans ersetzen

Ein schnelleres Scannen könnte außerdem den Zugang zu MRTs erweitern, indem die Anzahl der Patienten, die jedes Gerät versorgen kann, erhöht wird. Darüber hinaus könnte es eine erweiterte Nutzung von MRTs ermöglichen, so dass Ärzte in einigen Fällen MRTs anstelle von Röntgen- und CT-Scans einsetzen könnten. Dies wäre ein weiterer Vorteil, weil MRTs im Gegensatz zu diesen anderen Formen von Scans keine ionisierende Strahlung verwenden.

Damit könnte „FastMRI“ die Versorgung von Patienten verbessern, den Zugang zu der Technologie erweitern sowie neue Anwendungsfälle erschließen. Nicht zuletzt soll die Initiative dazu beitragen, die KI-Forschung in anderen Bereichen voranzubringen.

Sortierung
  • Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Jetzt einloggen