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EU-ProjektImpfpass-Entwicklung vom BMG in Auftrag gegeben

Für die Entwicklung des geplanten digitalen Impfpasses möchte das Bundesministerium für Gesundheit vier Unternehmen beauftragen. In der Corona-Krise soll der Impfpass zu einer schnelleren Rückkehr zur Normalität beitragen.

Impfen
Sharryfoto/stock.adobe.com

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Das Bundesgesundheitsministerium will vier Unternehmen mit der Entwicklung des geplanten digitalen Impfpasses beauftragen: den US-Konzern IBM, das Softwareunternehmen Ubirch, die IT-Genossenschaft govdigital und der IT-Dienstleister Bechtle. Das teilte das Ministerium am 9.3.2021 auf Anfrage mit.

Ubirch ist auf die Blockchain-Technologie spezialisiert, die fälschungssicher sein soll, da die Ausführung jedes neuen Schritts im Programmablauf auf mehreren Rechnern gleichzeitig verifiziert wird. Bei Govdigital handelt es sich um eine Genossenschaft zur Integration innovativer IT-Lösungen im öffentlichen Sektor, die sich ebenfalls auf rechenzentrumsübergreifenden und cloud-basierte Blockchain-Infrastrukturen spezialisiert hat. Bechtle führt IT-Systemhäuser, die  sich sowohl um Strategieberatung, die Lieferung von Hard- und Software, die Projektplanung und -durchführung bis hin zum Komplettbetrieb der IT durch Managed Services kümmern.

Der Digitale Impfpass soll schon bald kommen

Der digitale Impfpass ist ein kürzlich vereinbartes Projekt der EU und soll im Schnelldurchgang entwickelt werden. Den Gesetzentwurf will die Kommission am 17. März 2021 vorlegen. Helfen soll der Impfpass bei einer schnelleren Rückkehr zur Normalität. Bedenken angemeldet hat unter anderem die italienische Datenschutzbehörde, die eine Diskriminierung nicht geimpfter Bürger fürchtet.

Laut Business Insider sollen Geimpfte den digitalen Impfpass in Impfzentren, Arztpraxen und bei anderen Leistungserbringern über Impfzertifikate erhalten. Das Impfzertifikat soll jedem Geimpften zunächst in Papierform (2D-Code) oder direkt in einer Impfnachweis-App auf seinem Smartphone übergeben werden. Im letzten Fall soll ein 2D-Code, etwa ein QR-Code, unmittelbar gescannt werden können.

Über eine solche Impfnachweis-App könnten Einrichtungen dann anhand des Impfstatus entscheiden, wem sie Zutritt gewähren oder eben nicht. Dies solle aber in jedem Fall nur dann ermöglicht werden, wenn es grundsätzlich Öffnungen gibt. Eigene Sonderregeln des Staates für Geimpfte wie in anderen Ländern soll es nach wie vor nicht geben.

Lukrativer Auftrag in Millionenhöhe

Der Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums ist für die Anbieter durchaus lohnend. Business Insider rechner vor, dass bei einer vom Gesundheitsministerium angenommenen Impfquote von 80 Prozent in diesem Jahr, also etwa 65 Millionen Menschen, der Auftrag mehr als 32,5 Millionen Euro Wert sei.

Auch wie es zeitlich weitergehen soll, geht aus den Unterlagen, die Business Insider vorliegen hervor. Demnach ist geplant, dass der digitale Impfpass bereits acht Wochen nach dem Zuschlag fertig sein und in eine Testphase gehen soll. Bereits im Juni könnten die ersten Geimpften den Impfpass in Arztpraxen und Impfzentren erhalten.

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