Georg Thieme Verlag KG

Digitaler BegleiterKlinikum Herford unterstützt Krebspatienten per App

Das Klinikum Herford bietet seinen gynäkologischen Krebspatienten ab sofort einen digitalen Therapiebegleiter an. Die App Mika soll Betroffene im Umgang mit der Erkrankung unterstützen.

Gesundheitsapp
DragonImages/stock.adobe.com

Symbolfoto

Nach der Diagnose Krebs erleben Betroffene oft eine Ausnahmesituation: Viele fühlen sich mit den neuen Herausforderungen und Fragen rund um die Krankheit und die Therapie allein. Die Smartphone-App Mika begleitet Erkrankte durch die Behandlung und hilft ihnen unter anderem mit Gesundheitsmonitoring und psychosozialem Coaching. Patientinnen und Patienten sollen so zu mehr Selbsthilfe befähigt werden.

Das Berliner Digital-Health-Unternehmen Fosanis hat das Angebot in Zusammenarbeit mit Experten des Universitätsklinikums Leipzig (UKL) und der Berliner Charité entwickelt. Als zweites Krankenhaus in Deutschland bietet das Klinikum Herford nun die App als digitalen Therapiebegleiter für Krebs-Erkrankte im Bereich der Gynäkologie an. Zu einem späteren Zeitpunkt soll die App auch auf weiteren Stationen eingesetzt werden.

Hinweise und Tipps durch Künstliche Intelligenz

In Mika können die Nutzerinnen und Nutzer zu Beginn ihre spezielle Krebserkrankung sowie Symptome oder die aktuell empfundene persönliche Belastung eingeben. Eine Künstliche Intelligenz (KI) ordnet die eingegebenen Daten mit Hilfe von Algorithmen ein und gibt gezielt Hinweise und Tipps. Patientinnen und Patienten des Klinikums Herford erhalten zudem ab sofort Aktionscodes, um einen gesonderten, zusätzlichen Therapiebereich zu aktivieren. Dort können sie individuelle, vom Klinikum bereitgestellte Inhalte einsehen.

„Im Verlauf der Behandlung und Nachsorge gibt es immer Phasen der Unsicherheit“, sagt Dr. Thomas Heuser, Chefarzt am Klinikum für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Die App sei in dieser Hinsicht ein wichtiges Unterstützungsangebot. „Aufklärung, vor allem aber auch aktive Teilhabe wirken sich positiv auf Therapieerfolge aus“, ergänzt Nadja Will. Sie ist die erste Selbsthilfebeauftragte des Klinikums und zudem als Mika-Lotsin Ansprechpartnerin für Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei Fragen rund um die App.

App für iOS und Android frei verfügbar

Die Mika-App unterliegt als Medizinprodukt hohen Qualitäts- und Sicherheitsstandards. Hierzu erklärt Mika-Gründer Dr. Jan Simon Raue: „Sämtliche personenbezogenen Datensätze liegen auf deutschen Servern und werden in Rechenzentren gespeichert, die nach ISO 27001 zertifiziert sind.“ Die Smartphone-App ist sowohl im Apple App Store (iOS) als auch im Google Play Store (Android) frei verfügbar und kann über das Smartphone oder Tablet geladen werden. 

Bitte loggen Sie sich ein, um einen neuen Kommentar zu verfassen oder einen bestehenden Kommentar zu melden.

Jetzt einloggen

  • Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!