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ReifegradKommunale Großkrankenhäuer müssen bei Digitalisierung aufholen

Nach Einschätzung der Allianz Kommunaler Großkrankenhäuser (AKG) ist die Digitalisierung in kommunalen Großkrankenhäusern noch nicht ausreichend umgesetzt. Der Verband führte 2020 eine Reifegraderhebung durch und stellt fest: es sind dauerhafte Investitionen nötig.

Sanduhr Digitales Gesundheitswesen
iStock/AndreyPopov

Symbolbild

Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) vergibt in den nächsten Tagen den Auftrag für die Modellentwicklung zur Erhebung des digitalen Reifegrades in den deutschen Krankenhäusern. Die AKG-Kliniken sind bereits einen Schritt weiter. Noch vor der Corona-Pandemie haben sie den Grundstein für eine einheitliche Reifegraderhebung innerhalb des Verbandes gelegt. Pandemiebedingt habe sich die Datenerhebung das gesamte Jahr 2020 hindurchgezogen, doch die Ergebnisse liegen nun vollständig vor. 

Bei der internen Erhebung orientierten sie sich die AKG-Kliniken an internationalen Standardmodellen und erweiterten diese um eine Dimension zur Analyse der digitalen Vernetzung mit Patientinnen und Patienten, anderen Leistungserbringern und den eigenen Mitarbeitenden. Herausgekommen ist ein umfassender Überblick mit rund sechstausend Datensätzen über die verwendeten Systeme und den Vernetzungsgrad in 24 der größten deutschen Krankenhäuser. Das Ergebnis gibt den AKG-Kliniken detaillierte Hinweise auf den bestehenden Handlungsbedarf und ermögliche einen nationalen wie auch internationalen Vergleich des digitalen Reifegrades.

Die Vernetzung birgt das größte Potenzial

Bei der Vernetzung mit anderen Leistungserbringern und mit ihren Patientinnen und Patienten zeigten sich bei den AKG-Kliniken die größten Potentiale. Dazu gehören Patientenportale ebenso wie digitale Kommunikationsmöglichkeiten mit Zuweisern und Partnern.

Der Krankenhauszukunftsfonds wurde durch die Bundesregierung im Rahmen des Konjunkturpaketes im Sommer 2020 aufgesetzt und stellt den Deutschen Krankenhäusern einmalig Investitionsfördermittel in Höhe von insgesamt 4,3 Milliarden Euro für Digitalisierungsprojekte zur Verfügung. Die Mittelvergabe ist dabei nicht an die tatsächliche Versorgungsrolle der Krankenhäuser gekoppelt. Auf diese Weise bestehe die Gefahr, dass bedarfsnotwendige Krankenhäuser nicht ausreichende Fördermittel für eine zeitgemäße Modernisierung ihrer IT-Infrastruktur erhielten.

Die Fördermittel aus dem Bundeshaushalt können dabei nicht überdecken, dass die Digitalisierung der Krankenhäuser aufgrund einer jahrzehntelangen Unterfinanzierung der Investitionsbedarfe durch die Länder im internationalen Vergleich weit zurückliegt. „Der Investitionsstau der Krankenhäuser im Bereich der Digitalisierung ist in den kommenden Jahren zügig aufzulösen. Nur so wird Deutschland eine leistungsfähige und zukunftsfähige Gesundheitsversorgung aufrecht halten können“, konstatiert der stellvertretende Vorstand der AKG-Kliniken, Dr. Eibo Krahmer.

Einmaliges Konjunkturprojekt führt nicht zum Ziel

Vor diesem Hintergrund überrasche es kaum, dass immer mehr Akteure die dauerhafte Bereitstellung von Bundesmitteln für die Krankenhausinvestitionen fordern. Auf Basis der AKG-Daten ermittelt der Verband derzeit den Investitionsbedarf, um die kommunalen Maximalversorger auch hinsichtlich des Digitalisierungsstandes in eine Führungsposition zu bringen. Auch die AKG-Kliniken halten daher mehr als ein einmaliges Konjunkturpaket für notwendig.

Viele Digitalisierungsprojekte schafften heute die Voraussetzung für neue Versorgungsmodelle mit vielfältigen Perspektiven auf Seiten der Krankenhäuser. Für die AKG-Kliniken sei dabei klar, dass sie diese Chancen gemeinsam nutzen werden. „Derzeit entwickeln wir auf Basis der Erkenntnisse aus der Reifegraderhebung konkrete Strategien, um unseren Mitgliedern den Zugang zu diesen Zukunftsthemen zu erleichtern“, blickt der AKG-Geschäftsführer Nils Dehne bereits in die Zukunft.

Darüber hinaus bringe sich der Verband mit seinen gesammelten Erfahrungen bei der Entwicklung des neuen Erhebungsinstrumentes für alle deutschen Krankenhäuser als Mitglied im Beirat des Konsortiums „Digitale Zukunft Krankenhaus“ mit ein und hoffen auf den Zuschlag durch das BMG.

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