Georg Thieme Verlag KG

Universitätsklinikum MagdeburgMobile Diagnostik bringt Telemedizin aufs Land

Die medizinische Versorgung von Patien*innen in ländlichen Regionen soll durch Telemedizin abgesichert werden. Das Maker Mobil, ein umgebauter Kleintransporter, bringt sie dorthin, wo sie gebraucht wird.

Maker Mobil UMMD
Melitta Schubert/UMMD

Das Innere des Maker Mobil, ausgestattet mit modernen Gerätschaften zur Augendiagnostik.

Prof. Dr. Hagen Thieme, Direktor der Universitätsklinik für Augenheilkunde an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, zeigte bei der Filmpremiere „Auf Sicht fahren“ gemeinsam mit der HealthCare Futurists GmbH aus Köln, wie man Versorgung für Patient*innen in ländlichen Regionen absichern kann und den medizinischen Fortschritt, die Telemedizin, dahin bringt, wo er gebraucht wird. In dem Film ging es um augenärztliche Versorgungsengpässe in der Altmark.

Ein zum Maker Mobil umgebauter Kleintransporter, der von den HealthCare Futurists betrieben wird, wurde mit modernsten Gerätschaften zur Augendiagnostik ausgestattet. Die Datenübermittlung und Ferndiagnose über einen Facharzt oder eine Fachärztin in der Universitätsaugenklinik in Magdeburg ermöglicht eine schnelle Diagnosestellung. Der Chef-Ophthalmologe Thieme erklärt: „Wir wollen mit dieser Filmpremiere die Politik überzeugen, uns nicht nur in der Augenheilkunde, sondern in vielen anderen Fachbereichen zu unterstützen und damit die Versorgung von Patienten in den betroffenen Regionen deutlich zu verbessern.“

Anfang März erhielten die beiden Universitätskliniken Magdeburg und Halle in Sachsen-Anhalt durch einen Vertrag mit dem Land insgesamt 434 Millionen Euro. Mit 247 Millionen Euro geht ein Großteil der Summe an die Uniklinik Magdeburg. Damit soll in Infrastruktur investiert und Innovationsoffensive gestartet werden. Ziel ist eine hochmoderne Krankenversorgung, die für künftige Pandemien besser gerüstet ist. Ein Teil des vorgesehenen Budgets soll auch in die Digitalisierung der Krankenversorgung investiert werden.

Viele Anpassungen für flächendeckende Umsetzung der Telemedizin notwendig

Prof. Dr. Armin Willingmann (SPD), Minister für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt, betonte: „Im ländlichen Raum brauchen wir andere, ergänzende Angebote medizinischer Versorgung. Dafür müssen rechtliche Hürden überwunden, vor allem aber auch technische Voraussetzungen geschaffen werden. Ist dies der Fall, kommt der Universitätsmedizin auch in der Fläche besondere Bedeutung zu.“

Dr. Kerstin Stachel, Kaufmännische Direktorin des Universitätsklinikums, sieht vor allem noch viele rechtliche Punkte bei telemedizinischen Angeboten ungeklärt. „Wenn man die Gesundheitsberufe ertüchtigen dürfte, solche Untersuchungen durchzuführen und an uns anzubinden, dann bieten diese Modelle große Chancen, medizinische Versorgung in diesen Gebieten aufrecht zu erhalten, so Dr. Stachel.

Für Prof. Dr. Hans-Jochen Heinze, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums, bestehe das Problem nicht in einem Ärztemangel, sondern in der Verteilung der Ärzte. Die ärztliche Qualität konzentriere sich meistens aus ökonomischen Gründen in den Großstädten. Sein Ansatz wäre die Gesundheitsversorgung vielfältig zu verankern. „Das bedeutet zum einen, dass wir Menschen benötigen, die in der Gesundheitsversorgung ausgebildet sind, um zu helfen. Hier wäre die Politik gefordert Gesundheitsfachberufe zu akademisieren, damit diese selbstständig arbeiten können. Andererseits müssen wir in die Digitalisierung und in die moderne Medizin, in die Telemedizin und Robotik investieren.“

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