Georg Thieme Verlag KG

ForschungsprojektPflegeroboter per Virtual Reality-Steuerung

Das Forschungsprojekt „Teleskoop“ von Telerobotik-Hersteller Devanthro, der Charité und dem Forschungszentrum Informatik (FZI) beschäftigt sich mit der Virtual Reality-Steuerung von Pflegerobotern.

Pflege-Telerobotiksystem Robody von Devanthro
Devanthro GmbH

Pflege On-Demand: Robody misst den Puls.

Das Forschungsprojekt „Teleskoop“ soll es Pflegerinnen und Pflegern ermöglichen, Teleroboter mittels intuitiver Virtual Reality-Steuerung zu kontrollieren, wodurch Routineaufgaben in der Pflege künftig aus der Ferne erledigt werden könnten.

So arbeiten der Telerobotik-Hersteller Devanthro, die Forschungsgruppe Geriatrie der Charité Berlin (CFGG) und das Forschungszentrum Informatik daran, mit ihrem Projekt den stetig steigenden Pflegebedarf besser zu decken und Pflegekräfte im Alltag zu entlasten, ohne dass auf persönliche Bedürfnisse und das Menschliche verzichtet wird. Das Forschungsprojekt ist im Oktober 2021 gestartet und wird für die kommenden drei Jahre vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Förderung „START-interaktiv“ mit knapp 635 000 Euro gefördert.

Mit Shared Control Methoden gegen den Pflegenotstand

Mit menschenähnlichen Telerobotiksystemen – sogenannten Robodies, möchte das Forschungsprojekt „Roboter-Helfer in den eigenen vier Wänden – durch Telepräsenz und kooperative Regelung“ (Teleskoop) einen Lösungsansatz bieten. Zwar ist der Ansatz der Telebetreuung grundsätzlich nicht neu, jedoch wurden hierfür in der Regel Joysticks und Bildschirme genutzt. 

Teleskoop basiert jedoch auf „Shared Control“-Methoden. Pflegekräfte übernehmen mittels eines intuitiven, auf Augmented-Reality-Technologien aufbauenden Interfaces die Kontrolle eines Robodies, der vor Ort bei den Patient*innen verfügbar ist. So ist die Pflege auf Abruf verfügbar – ohne Reise- oder Wartezeiten und individuell auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt. Gleichzeitig soll dadurch das Pflegepersonal physisch und psychisch im Arbeitsalltag entlastet werden. Auch ist ein immersives Eintauchen in die Pflegesituation vor Ort sowie ein besseres Situationsbewusstsein möglich.

Der Fokus liegt dabei auf der Entwicklung von neuartigen Methoden der Mensch-Maschine-Kooperation zur intuitiven Steuerung robotischer Systeme. Präzision und Sicherheit der äußerst leistungsstarken mechanischen Systeme stehen dabei an erster Stelle. Auch könne der Ansatz die jeweiligen Stärken von Mensch und Maschine optimal kombinieren. In zwei bereits abgeschlossenen Robotik-Projekten hat die CFGG erfolgreich mit dem FZI zusammengearbeitet.

Gemeinsame Weiterentwicklung mit den Patient*innen

Während des Forschungszeitraums kommen die Robodies bei Patient*innen zum Einsatz, die zu Hause wohnen und ambulant pflegebedürftig sind. Diese Personen brauchen zum Beispiel Unterstützung bei der Körperpflege und Alltagsaufgaben aufgrund körperlicher oder kognitiver Einschränkungen. Der Praxiseinsatz dieser körpernahen Aufgaben wird von der Forschungsgruppe Geriatrie der Charité Berlin mit überwacht und unterstützt. Hauptaugenmerk liegt dabei auch in der Erfassung von Bedürfnissen der Patient*innen und Pflegenden beim Einsatz der Robodies, die direkt in die weitere Entwicklung einfließen sollen.

Derzeit werden Interviews mit Betroffenen geführt, um relevante Anwendungsfälle für die Robodies zu erheben. Auf dieser Basis sollen dann die konkreten Anforderungen an die Hardware der nächsten Robody-Generation und die zu entwickelnde Software aufgestellt werden.

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