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Bad OldesloeAsklepios betreibt erstes autonomes klinisches Roboterlabor

Die Asklepios Klinik Bad Oldesloe verfügt als erstes Krankenhaus weltweit über ein autonomes Roboterlabor. Durch die Einsatzmöglichkeiten nachts und an Wochenenden sollen Notfälle besser versorgt und das Fachpersonal entlastet werden.

Laborroboter
Medilys

Die Asklepios Klinik Bad Oldesloe verfügt seit Dezember 2021 über zwei Laborroboter.

Als erstes Krankenhaus weltweit verfügt die Asklepios Klinik Bad Oldesloe (Schleswig-Holstein) ab sofort über zwei von Siemens Healthineers und der United Robotics Group entwickelte autonome Laborroboter. Mit dem autonom arbeitenden System, bei dem die Roboterarme Geräte bedienen und so umfassende Analysen durchführen, kann ein komplettes Basislabor (u.a. klinische Chemie, Gerinnungsanalytik, Hämatologie) für die Patient*innen nachts und an Wochenenden auch ohne Personal im Einsatz sein. Das ist insbesondere für die Versorgung von Notfällen relevant. Die bereits voll einsatzfähige Technologie wird von Siemens Healthineers zusammen mit der Asklepios Kliniken Gruppe und seiner Laborgesellschaft Medilys künftig noch weiterentwickelt.

Prof. Dr. Christoph U. Herborn, Chief Medical Officer der Asklepios Kliniken Gruppe: „Mit dem Robotersystem können wir unser Laborpersonal entlasten und die Verfügbarkeit unseres Labors erhöhen.“ Mit dem Robotersystem sei eine zuverlässige Mechanisierungslösung für kleine Labore entwickelt worden, bei denen eine Vollautomation unwirtschaftlich wäre, erkärt Dr. Guido Schütte, Leiter Labordiagnostik für Zentral- und Westeuropa bei Siemens Healthineers.

Das System priorisiert Notfallproben

Für den Analysevorgang gibt das Personal der Klinik die Probenröhrchen in eine Übergabestation. Der Roboter nimmt die Proben, scannt den Barcode über eine Kamera, entfernt, wenn notwendig, die Probenkappen, sortiert diese in Racks und startet den jeweils passenden Zentrifugations- und/oder Analyseprozess. Das Untersuchungsergebnis wird an das bestehende IT-System übermittelt. Das Labor kann somit in der Nacht oder an Wochenenden auch ohne Medizinisch-Technische Laboratoriumsassistent*innen (MTLA) betrieben werden.

Das Labor in der Asklepios Klinik Bad Oldesloe, das zur konzerneigenen Medilys Laborgesellschaft gehört, setzt das System zur Blutanalyse der Gerinnungswerte, der Hämatologie und für die Klinische Chemie und Immunologie ein. Notfallproben werden von dem System priorisiert, auch Nachforderungen werden automatisiert abgearbeitet.

Bis zu 16-stündiger Stand-alone-Betrieb

Die kollaborativen Roboter (Cobot) sind jeweils 19 Kilogramm schwer und verfügen über mehrere integrierte Kameras. Die Roboterarme mit ihren sieben Gelenken haben eine Reichweite von 1,26 Metern. Damit kann der Roboter Laborgeräte bedienen, die auf fünf Quadratmetern um ihn herum angeordnet sind. Das System hat eine Tragkraft von vier Kilogramm und eine Wiederholgenauigkeit von 0,1 Millimeter. Die Software steuert die hoch-komplexen Prozesse der beiden Robotereinheiten und sorgt so für einen bis zu 16-stündigen Stand-alone-Betrieb. Das System ist an das digitale Laborinformationssystem des Krankenhauses angeschlossen, in dem auch die Analyseergebnisse zur Verfügung stehen. Während des gesamten Prozesses arbeitet das System autonom und braucht keine menschliche Unterstützung.

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