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MedizininformatikUKB bietet Weiterbildung für Bundeswehr

Das Universitätsklinikum Bonn (UKB) und die Bundeswehr haben einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Ärztliches Personal der Bundeswehr kann zukünftig Weiterbildungen für Medizininformatik am UKB absolvieren.

Vertragsunterzeichnung UKB und Bundeswehr
R. Müller/Universitätsklinikum Bonn

Prof. Wolfgang Holzgreve, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKB (links) und Dr. Johannes Backus, Generalarzt (Heer) der Bundeswehr unterzeichneten die Verträge.

Zur Weiterbildung in Medizinischer Informatik kann die Bundeswehr ab sofort ärztliches, zahnärztliches sowie tierärztliches Personal an die Stabsstelle Medizinisch-Wissenschaftliche Technologieentwicklung und -koordination (MWTek) des Universitätsklinikums Bonn (UKB) entsenden. Die Vereinbarung wurde am 7. Januar 2022 am UKB unterschrieben.

Erste Gespräche zur jetzt besiegelten Zusammenarbeit gab es bereits im Oktober 2020 zwischen Oberstapotheker Guttenthaler vom Sanitätsdienst der Bundeswehr und Dr. Daniel Grigutsch, der die technische Realisierung des Datenintegrationszentrums im Universitätsklinikum Bonn konzeptioniert hat. Um die Digitalisierung der Gesundheitsversorgung der Bundeswehr voranzutreiben, ist der Aus- und Aufbau einer medizininformatischen Fachexpertise wichtig. Die zukünftige Kooperation mit dem UKB ermöglicht hierbei eine umfassende Weiterbildung mit militärischen und zivilen Anteilen.

Kenntnisse zur Weiterentwicklung klinischer Routinesysteme werden vermittelt

„Das UKB bildet aktuell bereits regelmäßig eigenes ärztliches Personal auf diesem Wege weiter. In der neuen Kooperation mit der Bundeswehr ist eine Weiterbildung im ersten Jahr von zunächst zwei Kolleginnen und Kollegen des Sanitätsdienstes der Bundeswehr geplant“, so PD Sven Zenker, Ärztlicher Leiter Stabsstelle Medizinisch-Wissenschaftliche Technologieentwicklung und -koordination (MWTek).

Die Zusatzweiterbildung Medizininformatik der Stabsstelle MWTek am UKB umfasst ein breites Spektrum praxisrelevanter Themen an der Schnittstelle zwischen Patientenversorgung und Informationstechnologie. Aufgrund der besonders interdisziplinär angelegten Struktur der Stabsstelle mit Zuständigkeiten nicht nur in Forschung und Lehre, sondern auch in der Ausgestaltung und Weiterentwicklung klinischer Routinesysteme können besondere Kenntnisse in den Bereichen Einführung, Betrieb, Qualitäts- und Risikomanagement von klinischen Routinesystemen und IT-Infrastrukturen für die translationale Forschung (Umsetzung von Forschungsergebnissen aus der Medizin in die Gesundheitsversorgung) vermittelt werden. Die Inhalte reichen von den technischen Grundlagen der Informationsverarbeitung bei klinischen Routinesystemen über Spezifika der informationstechnologiegestützten medizinischen Informationsverarbeitung bis hin zu hochaktuellen Verfahren der automatisierten Biosignal- und Bilddatenverarbeitung und -analyse. Auch an der Schnittstelle zur translationalen Wissenschaft und zum Management verortete Bereiche wie Biometrie, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie stehen auf der Agenda.

12-monatige Weiterbildung erfolgt am UKB

Dieser Angebotskanon liegt genau im Bedarf des Sanitätsdienstes der Bundeswehr. Telemedizinische Anwendungen zur qualifizierten fachlichen Versorgung der Soldatinnen und Soldaten finden sich in den Auslandseinsätzen an Land und auf den Schiffen. Aber auch das Kompetenznetz des Sanitätsdienstes, das sich einheitlich über ganz Deutschland zwischen den Truppenärzten und den Bundeswehrkrankenhäusern erstreckt, erfordert zunehmend Fachkenntnisse sowohl bei den Planern, aber auch bei umsetzenden Ärzten in Kliniken und in der Breite. Diese Erfahrungen und Hintergründe werden am UKB vermittelt.

Die Weiterbildung dauert in der Regel 12 Monate in Vollzeit. Sie findet in der Stabsstelle MWTek statt, die als Dienstleister zwischen Patientenversorgung, Wissenschaft und Technologie interne Beratungs-, Konzeptionierungs-, Entwicklungs- und Betriebsaufgaben für innovative Projekte aller Art übernimmt.

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