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Berliner CharitéWas Künstliche Intelligenz in der Medizin kann

An der Berliner Charité sieht Physiker und Pathologe Frederick Klauschen KI als wesentlichen Bestandteil der Diagnostik, aber nicht als Paradigmenwechsel. Sie helfe Ärzten, sich auf schwierige Fragestellungen zu konzentrieren. «Das Qualitative kann der Pathologe besser, das Quantitative kann der Computer besser.» Mit Blick auf die Überalterung der Gesellschaft werde diese Arbeitsteilung unumgänglich.

Heute weiß man, dass Ärzte verschiedener Fachrichtungen in einer Tumorkonferenz weisere Entscheidungen für Krebspatienten treffen können als einzelne Experten nur einer Disziplin. Können gut gefütterte Computer bald so etwas wie eine Zweitmeinung in einer solchen Runde beitragen? Und wäre das unheimlich?

Entscheidung des Computers ist eine Blackbox

«Was es für viele ein wenig unheimlich macht, ist, dass man bei manchen dieser Systeme die Regeln nicht mehr direkt ablesen kann», sagt Bioinformatiker Brors in Heidelberg. «Es ist nicht mehr nachvollziehbar für jemanden von außen, warum der Computer jetzt eine bestimmte Entscheidung trifft.» Im Prinzip sei das egal, solange die Entscheidung zuverlässig sei. «Aber das macht Ärzte skeptisch. Das ist wie eine Blackbox. Sie können nicht mehr überprüfen, ob das plausibel ist.»

Und noch gibt es Grenzen bei KI. Eine Maschine könne bisher zum Beispiel regelbasiertes Wissen aus Leitlinien reproduzieren. «Was sie noch nicht hat, ist Kreativität oder Intuition», sagt Brors. Menschen hingegen könnten auch mal um die Ecke denken.

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