Meilenstein

Westküstenkliniken dokumentieren Wunden mithilfe von iPads

In den Westküstenkliniken werden Wunden seit Anfang Mai vollständig mithilfe von iPads dokumentiert. Seit gestern Nachmittag sind alle Stationen der Kliniken in Brunsbüttel und Heide mit den Tablett-Computern ausgestattet. Damit ist ein weiterer wichtiger Meilenstein hin zur papierlosen Klinik erreicht worden.

Foto: iStockphoto/Nastco

Symbolfoto

„Das ist ja total einfach“, ruft Iris Jeromin. Die Krankenschwester hat es eigentlich nicht so mit Computern oder Smartphones. Aber das, was Ines Röpstorff von der Pflegedirektion ihr da gerade gezeigt hat, wird den Arbeitsablauf von Iris Jeromin deutlich vereinfachen. Denn seit gestern Nachmittag kann die Mitarbeiterin der Notaufnahme in Heide mögliche Wunden bei Patienten mit dem iPad fotografieren und drahtlos sofort der Krankenakte des jeweiligen Patienten zuordnen.

„Das dauert keine fünf Minuten“, sagt der pflegerische Leiter der Notaufnahme, Ronny Kunack-Constabel. „Bisher brauchten wir dafür mindestens 15 Minuten.“ Bei ein bis zwei Wunden am Tag, die alleine in der Notaufnahme dokumentiert werden müssen, sind das gut eine halbe Stunde, die den Pflegekräften künftig wieder für die Patientenversorgung zur Verfügung stehen.

Vereinfachte Dokumentation durch App

Die analoge Wund- und Spezialdokumentation war bis zu Einführung der iPads ein mitunter umständliches Unterfangen. Mit einer Kamera mussten die Wunden fotografiert, die Bilder an einem Spezialdrucker ausgedruckt und dann in Papierform der Wunddokumentation zugeordnet werden. Jetzt müssen die Pflegekräfte das iPad nur entsperren, eine App öffnen und mit der integrierten Kamera des tragbaren Computers ein Foto der Wunde machen. Die App liefert zudem Unterstützung beim Ausfüllen der Wunddokumentation.

„Mit den Geräten können die Kolleginnen und Kollegen zusätzliche Informationen erfassen und die Wunde beispielsweise vermessen“, erklärt Ines Röpstorff. Sie hat die Einführung der digitalen Wund- und Spezialdokumentation als Projekt begleitet und seit Beginn des Jahres die Mitarbeiter alle Stationen der Westküstenkliniken in Heide und Brunsbüttel in den Umgang mit den iPads eingewiesen. „Das System wird sehr gut angenommen. Wir verzeichnen seit Einführung der ersten Tabletts im Februar auch eine Zunahme der Dokumentationen“, freut sich Ines Röpstorff und erklärt, dass die Wunddokumentation gerade aus der Sicht der Qualitätssicherung und damit der Patientensicherheit sehr wichtig ist.

Meilenstein der Digitalisierung

Mit der Einführung der digitalen Wund- und Spezialdokumentation haben die Westküstenkliniken einen weiteren Meilenstein bei der Digitalisierung ihrer Prozesse erreicht. Der größte war bisher die Einführung der elektronischen Patientenakte Ende 2017. Seitdem werden die Patienten- und Behandlungsdaten nicht mehr auf Papier sondern elektronisch an mobilen Computerterminals erfasst. Und auch diesen Weg an die elektronischen Visitenwagen sollen sich die Pflegekräfte künftig in manchen Fällen sparen können. 

„Wir schaffen gerade noch weitere iPads an, damit Blutdruck oder Blutzuckerwerte bereits gleich am Bett des Patienten ins System übertragen werden können“, erklärt Ines Röpstorff. Die Westküstenkliniken sind damit eines der wenigen Krankenhäuser in Schleswig-Holstein, die einen derart hohen Digitalisierungsgrad erreicht haben. 

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