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IntensivpatientenWeniger Behandlungen aber mehr Betten

Die Zahl der Intensivbetten in deutschen Krankenhäusern ist im ersten Jahr der Corona-Pandemie 2020 um fünf Prozent gestiegen. Dagegen nahm die Zahl der Behandlungen deutlich ab.

Intensivstation
Kyril Lis/stock.adobe.com

Symbolfoto

Im ersten Jahr der Corona-Pandemie stiegt die Zahl der Intensivbetten in deutschen Krankenhäusern um fünf Prozent. Das ist ein Anstieg um 1400 auf insgesamt 27 000 Betten im Vergleich zum Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Dagegen nahm die Zahl der Behandlungen in den Kliniken um 13,1 Prozent ab.

Reduktion durch Personalmangel

Laut Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krankenhausgesellschaft, sei der Zuwachs bei der Zahl der Intensivbetten auf die Anstrengungen der Krankenhäuser zurückzuführen. Leider sei festzustellen, dass jenes hohe Niveau über das Jahr 2021 nicht gehalten werden konnte. Viele Krankenhausstandorte hätten ihre Intensiv-Kapazitäten wegen Personalmangels wieder reduzieren müssen.

Die Gesamtzahl der Betten in den 1901 Kliniken in Deutschland ging Statistikern zufolge um 7400 auf 486 700 zurück. Auch die Behandlungstage in den Krankenhäusern waren im vergangenen Jahr mit rund 12 Prozent im Vergleich zu 2019 rückläufig. Durchschnittlich waren die Krankenhausbetten im Jahr 2020 an zwei von drei Tagen belegt.

Eingeschränkte Regelversorgung

Die Zahlen zeigen nach Ansicht von Gaß sehr deutlich, wie stark die Krankenhäuser die Regelversorgung 2020 hätten einschränken müssen. Die durchschnittliche Bettenauslastung ging um mehr als acht Prozent zurück - fast 2,5 Millionen weniger Krankenhausbehandlungen. So seien laut Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, nicht einmal 70 Prozent der Betten belegt. Verschobene Eingriffe und die Umwandlung von Mehrbettzimmer in Einzelzimmer aus Infektionsschutzgründen trugen ebenfalls dazu bei. Somit seien die Ausgleichszahlungen im Jahr 2020 unbedingt notwendig gewesen.

Verbindliche Kriterien notwendig

Die meisten Kliniken würden mittlerweile sogenannte planbare Operationen verschieben, jedoch gebe es keinen einheitlichen Maßstab. Es sei überfällig, dass der Bundestag verbindlich Kriterien dazu erlässt. Schließlich sei nur das Parlament demokratisch legitimiert, Kriterien über die Verteilung von Lebenschancen festzulegen.

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