Wirtschaftliche Schieflage

900 Menschen protestieren gegen Schließung von Krankenhaus

Gegen eine drohende Schließung des defizitären Manniske-Krankenhauses in Bad Frankenhausen (Kyffhäuserkreis) haben am Montagabend 900 Menschen protestiert. Sie hätten sich etwa eineinhalb Stunden lang auf dem Parkplatz vor dem Krankenhaus versammelt, teilte die Polizei mit.

Foto: Archiv

Symbolfoto

Mit dabei war auch der Bürgermeister der Stadt, Matthias Strejc (SPD), der zu den Protesten aufgerufen hatte. Er wirft dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) vor, als Betreiber bewusst für die wirtschaftliche Schieflage der Klinik gesorgt zu haben. Auch die Landrätin vom Kyffhäuserkreis, Antje Hochwind (SPD) sowie Landtagsabgeordnete Dorothea Marx (SPD) nahmen an den Protesten teil.

Das Krankenhaus fährt nach DRK-Angaben derzeit pro Tag mehr als 10 000 Euro Verluste ein. Die Auslastung liege aktuell bei 58 Prozent, wirtschaftlich seien mindestens 85 Prozent. Beschäftigt sind rund 200 Mitarbeiter, davon 17 Ärzte und 77 Pflegekräfte. Die DRK sei an deren Übernahme in den verbleibenden Häusern in Sömmerda und Sondershausen interessiert, hieß es. Zudem sei dem Kyffhäuserkreis die Rückübertragung des einst kommunalen Hauses angeboten worden.

Sozialministerin Heike Werner (Linke) hatte sich am Donnerstag mit Vertretern des Kyffhäuserkreises und des Landkreises Nordhausen getroffen, um über eine mögliche neue kommunale Trägerstruktur für die drei DRK-Kliniken unter Beteiligung des kommunalen Südharz-Krankenhauses Nordhausen zu sprechen. Das Land sei interessiert am Erhalt aller drei Standorte, sagte ein Ministeriumssprecher.

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