Das Finanzministerium hatte angeregt, das Universitätskrankenhaus in Halle zu schließen, da sich das steuerschwache Land nicht zwei medizinische Fakultäten und Universitätskliniken leisten könne. "Wer über eine Schließung ernsthaft nachdenkt, ignoriert die Probleme im Land", sagt Simone Heinemann-Meerz, Präsidentin der Ärztekammer Sachsen-Anhalt. Eine Schließung einer der beiden medizinischen Hochschulstandorte Halle oder Magdeburg wäre "fatal für die ärztliche Versorgung im Land", sagte sie gegenüber dem "Ärzteblatt". Laut Universitätsmedizin Halle müssen landesweit jährlich 200 bis 230 Ärzte durch altersbedingtes Ausscheiden ersetzt werden. Gleichzeitig liege die Schwundquote bei den frisch ausgebildeten Ärzten bei 50 Prozent.
Die ZNA übernimmt die Dienste von 15 fehlenden Hausärzten
"Das heißt, nur zwei Medizinische Fakultäten in Sachsen-Anhalt können den Bedarf an Ärzten decken", heißt es in der Stellungnahme der Universitätsmedizin. Zudem bilde die Universitätsklinik eine zentrale Säule für die Behandlung von Patienten mit schweren oder seltenen Erkrankungen und übernehme durch die Zentrale Notaufnahme die Aufgaben von etwa 15 Hausärzten, die im südlichen Sachsen-Anhalt bereits jetzt fehlten.
Kammerpräsidentin Heinemann-Meerz sucht Gespräch mit Wirtschaftsminister MöllmannHeinemann-Meerz will nun mit dem neuen Wissenschafts- und Wirtschaftsminister Hartmut Möllring eine zukunftsgesicherte und dauerhafte Lösung für die Universitätskliniken erörtern. "Wir hoffen, dass er die Ausbildung des medizinischen Nachwuchses, den wir so dringend brauchen, bei allen Spardiktaten nicht aus den Augen verliert", so die Kammerpräsidentin.


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