
„Wir stellen fest, dass Diagnosen wie Schlaganfallverdacht, Herzinfarkt oder Blinddarmentzündung deutlich nachgelassen haben“, sagte Siegfried Hasenbein, Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft, am Mittwoch in München. Gleiches gelte für Krebspatienten.
Eine genaue Statistik gibt es noch nicht, aber Mediziner registrieren das Phänomen deutschlandweit: „Wir haben auf einmal sehr viel weniger Patienten mit dringenden Symptomen», sagte der Lungenkrebsspezialist Niels Reinmuth, Chefarzt für Thorakale Onkologie an der Asklepios Fachklinik in Gauting bei München. „Das ist etwas, das wir alle beobachten.“ Ein Hauptgrund ist vermutlich Furcht: „Die Angst, sich zu infizieren, ist offenbar so groß, dass viele lieber gar nicht zum Arzt gehen“, meinte ein Sprecher der Deutschen Krankenhausgesellschaft in Berlin.
2018 gab es nach Zahlen der Krankenhausgesellschaft 210 000 Herzinfarkte und etwa 300 000 Schlaganfälle in Deutschland. Dass sich diese Zahlen wegen der Corona-Epidemie plötzlich verringern, glaubt niemand in der medizinischen Gemeinde. „Wenn man akuten Behandlungsbedarf nicht erkennt, riskiert man möglicherweise lebensbedrohliche Probleme“, sagte der Gautinger Chefarzt Reinmuth.





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