Der zu Fresenius gehörende Klinikbetreiber Helios wäre dann mit einem geschätzten Umsatz von 5,5 Milliarden Euro pro Jahr der größte seiner Art in Europa. Mit Sorge beobachtet der VLK deshalb den derzeit heftig geführten Kampf um die Vorherrschaft im deutschen Krankenhauswesen. Dem Gesundheitswesen drohe, "die Gefahr des Überstülpens eines Fresenius/Helios-geprägten Versorgungsnetzes", warnt VLK-Präsident Hans-Fred Weiser.
Hat Fresenius einen Generika-Hersteller gekauft?
Der Kauf der 43 Rhön-Kliniken, der bereits erfolgte Ankauf von Praxissitzen und MVZ, der Plan von einer Helios-Krankenversicherung, die Belieferung der Konzern-Kliniken mit Medizin-Produkten aus der Fresenius-Palette und – nach unbestätigten Informationen des VLK – die Versorgung mit Generika aus einem bereits aufgekauften indischen Unternehmen seien geeignet, den komplett Helios-abhängigen Patienten zu kreieren.
"Helios könnte Krankenhausplanung aushebeln"
Am Ende dieser Entwicklung stehe dann ein "Gesundheitskonzern, der jederzeit aufgrund seiner Finanzkraft in der Lage ist, durch Neugründung privater Kliniken die Krankenhausplanung der Bundesländer auszuhebeln", sagte Weiser. Er weist darauf hin, dass Konzerne wie Helios gewinnorientiert arbeiten müssen, um den Shareholder-Value zu bedienen. "Dies beinhaltet die Gefahr, dass durch Reduzierung von Sach-und Personalkosten die Gewinnmarge des Unternehmens um jenes Maß erhöht wird, um das die Arbeitsbelastung von Ärzten und Pflegekräften zunimmt und um das die Versorgungsqualität zu Lasten der Patienten zurückgeht."
Der Verband der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands ist der Zusammenschluss der leitenden Krankenhausärzte. Er wurde im Jahre 1912 gegründet.


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