Die Leitung der Uniklinik Ulm hatte im April 2009 den Leiter der Abteilung Personal und Recht auf einen anderen Posten versetzt. Ein Jahr später kam heraus, dass der Mitarbeieter über viele Klinikmitarbeiter teilweise brisantes Material gesammelt hatte, das bei Entscheidungen über Stellenbesetzungen, so liegt es nahe, herangezogen wurde. Das schreibt die "Stuttgarter Zeitung".
Die Datensammlung flog im Februar dieses Jahres auf. Ein versetzter Klinikmitarbeiter, der sich ungerecht behandelt fühlte, hatte von den Zusatzakten erfahren und vor Gericht Akteneinsicht erstreiten wollen. Allerdings war die Aktensammlung nicht mehr da. Die "Stuttgarter Zeitung" berichtet: "Pikant auch: Ein Zeuge des Verfahrens, das am Ende mit einem Vergleich endete, hatte ausgesagt, er habe den Personalchef Anfang des Jahres beobachtet, wie dieser nachts Stapel von Papieren in sein Auto geschafft habe. Dies sei dem Pförtner gemeldet worden. Ein Gerichtssprecher bestätigt, der Prozess sei deswegen 'eine heikle Angelegenheit' gewesen."
"Es gibt unseres Wissens keinen Hinweis darauf, dass die Akten unerlaubt fortgeschafft worden sind", sagte eine Kliniksprecherin der "Stuttgarter Zeitung". Vielmehr habe die neue Personalchefin bei ihrem Antritt alles beseitigt, "was sie überflüssig fand". Darunter eben auch viele Personalzusatzakten.
Vor etwa dreieinhalb Jahren soll der Ex-Personalchef seine Sammlung aufgebaut haben. In Ulmer Medienberichten ist von 700 personenbezogenen "schwarzen Akten" die Rede. Für den Personalrat der Uniklinik ist die Sache damit nicht abgetan. Der leitende ärztliche Direktor des Universitätsklinikums, Reinhard Marre, wurde von der Belegschaftsvertretung aufgefordert, Aufklärung zu schaffen. Der Ulmer SPD-Landtagsabgeordnete Martin Rivoir will von der Landesregierung Aufklärung. Man lebe schließlich in Zeiten, schreibt Rivoir in einer Anfrage, "in denen Gerichte die fristlose Kündigung von Menschen schon dann als rechtens erachten, wenn sie für den Abfall bestimmte Lebensmittel mit nach Hause nehmen".




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