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Aufsichtsrat entscheidetAus für Oliver Adolph bei Oberschwabenklinik

Am Ende fiel die Entscheidung schnell: Die Oberschwabenklinik trennt sich von ihrem Geschäftsführer Prof. Dr. Oliver Adolph. Der Aufsichtsrat habe sich für eine Neuaufstellung der Spitze des Unternehmens entschieden, teilte das Unternehmen mit.

Prof. Oliver Adolph
Oberschwabenklinik

Prof. Dr. Oliver Adolph wird sein Amt als Geschäftsführer der Oberschwabenklinik nicht weiter aktiv ausüben.

Die letztlich wohl wenig überraschende Nachricht aus Ravensburg kam am Sonntagmittag: Prof. Dr. Oliver Adolph werde sein Amt als Geschäftsführer der Oberschwabenklinik gGmbH (OSK) nicht weiter aktiv ausüben, hieß es von dem kommunal getragenen Krankenhausverbund. Mitgeschäftsführer Michael Schuler werde bis zum Auslaufen seines Vertrages in einigen Wochen in der OSK tätig bleiben. Der OSK-Aufsichtsrat war kurzfristig vor seinem nächsten regulären Sitzungstermin zusammengekommen.

Der nächste Schritt auf dem Weg aus der Krise werde die Einsetzung einer Interimsgeschäftsführung sein, hieß es weiter. Diese werde sich „zügig um die aktuellen Baustellen im Unternehmen kümmern und alle Kraft aufwenden, um die Dinge gemeinsam mit den Beschäftigten in die richtige Richtung zu bewegen“. Die notwendigen Beschlüsse wolle der Aufsichtsrat kurzfristig fassen. Bis dahin sei die Kontinuität der Geschäftsführung durch Michael Schuler sowie den Prokuristen Stefan Schoenauer gewahrt. So bleibe das Unternehmen „voll handlungsfähig“.

 

Die Mitglieder des Aufsichtsrats sind zuversichtlich, dass wir die OSK schnell aus ihrer gegenwärtigen Führungskrise herausführen werden.

 

„Die Mitglieder des Aufsichtsrats sind zuversichtlich, dass wir die OSK schnell aus ihrer gegenwärtigen Führungskrise herausführen werden“, fasste der Aufsichtsratsvorsitzende Landrat Harald Sievers nach der Sitzung zusammen. Die OSK solle nicht nur weiterhin für eine hohe medizinische Qualität stehen, sondern auch ein gutes Miteinander im Unternehmen sei dem Aufsichtsrat für die rund 3000 Mitarbeitenden wichtig.

Heftige interne Kritik am Geschäftsführer

Damit reagierte das Kontrollgremium auf die wochenlange heftige interne Kritik an Oliver Adolph. Zunächst hatte sich der Großteil der Chefärzte in einem Brief an Harald Sievers über den Geschäftsführer beschwert und ein zerrüttetes Vertrauensverhältnis beklagt. Dem hatten sich auch Pflegende sowie Ober- und Assistenzärzte angeschlossen. Zuletzt hatte Mitgeschäftsführer Michael Schuler gekündigt.

Zum Verbund der Oberschwabenklinik gehören Krankenhäuser in Bad Waldsee, Ravensburg und Wangen im Allgäu. Zusammen haben sie rund 900 Betten. Der Landkreis Ravensburg hält 99,1 Prozent der Anteile, die Stadt Ravensburg die übrigen 0,9 Prozent.

Dank an die Beschäftigten

„Der Landkreis steht ohne Wenn und Aber zu seiner Oberschwabenklinik und ihren Beschäftigten“, betonte Sievers nach der Aufsichtsratsentscheidung. „Den strukturellen externen Veränderungen, mit denen alle Krankenhäuser zu kämpfen haben und deretwegen es sicherlich nirgendwo in Baden-Württemberg nach der Zäsur der Corona-Jahre ein Zurück in die Vergangenheit geben wird, können wir uns nicht einfach entziehen. Wir wollen es aber gemeinsam schaffen, die OSK im Vergleich mit anderen Krankenhäusern da hinzubringen, wo sie hingehört.“

Der Aufsichtsrat bedanke sich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dafür, „dass sie sich alle auch in schweren und bewegten Zeiten sehr in ihrem unverzichtbaren Dienst an den Patientinnen und Patienten engagieren und zur OSK stehen“.

Bekenntnis zur Medizinstrategie

Der Aufsichtsrat habe sich wie jüngst auch die Chefärztinnen und Chefärzte im Gespräch mit dem Gremium zur Umsetzung der vom Kreistag beschlossenen Medizinstrategie bekannt. Dazu könnten „im Unternehmen vielleicht nicht immer alle einer Meinung sein, aber die Geschäftsführung müsse bei der Umsetzung gut hinhören, umfassend informieren und für jeden einzelnen Beschäftigten möglichst gute Lösungen finden“, heißt es in der Mitteilung aus Ravensburg.

Die Entscheidung, wie eine neue reguläre Geschäftsführung nach der Interimszeit sowohl strukturell als auch personell zukunftsgerecht aufgestellt werden müsse, wolle der Aufsichtsrat bewusst in Ruhe treffen.

Das Kontrollgremium formulierte auch noch einen Dank an Oliver Adolph: Er habe mit großem Engagement die OSK durch zwei Corona-Winter geführt und sei maßgeblich an der Entwicklung und öffentlichen Vermittlung der Fortschreibung der Medizinstrategie beteiligt gewesen.

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