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MedizinmetropoleBerlin eröffnet Käthe-Beutler-Haus für medizinische Forschung

Auf dem Wissenschaftscampus Berlin-Buch hat das Käthe-Beutler-Haus eröffnet. In dem neuen Gebäude forschen das Berlin Institute of Health (BIH) der Charité und das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC).

Käthe-Beutler-Haus
Felix Petermann/MDC

Das Käthe-Beutler-Haus in Berlin-Buch.

Auf rund 3000 Quadratmetern geht es im Käthe-Beutler-Haus in Berlin-Buch künftig um Blutgefäßmedizin, die bei vielen Krankheiten eine Rolle spielt. Die Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung sollen möglichst schnell Patienten zugute kommen.

Das 29 Millionen Euro teure Zentrum, zu 90 Prozent finanziert vom Bund, bietet nach rund 4 Jahren Bauzeit Platz für rund 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Für die Forschung kooperieren hier das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft und das Berlin Institute of Health (BIH) in der Charité. Der Name des Hauses erinnert an die jüdische Kinderärztin und Wissenschaftlerin Käthe Beutler (1896-1999), die 1935 unter den Nazis in die USA emigrierte.

Vom Labor in die Klinik

Für das neue Zentrum wurde ein früheres Klinikgebäude saniert und durch einen Neubau ergänzt. Das Käthe-Beutler-Haus ist das erste Forschungsgebäude des BIH, das in Betrieb geht. Ziel ist es, Erkenntnisse aus der biomedizinischen Forschung direkt zum Patienten zu bringen - zum Beispiel durch personalisierte Vorhersage, Prävention, Diagnostik und Therapie.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller sieht in dem Haus einen weiteren Baustein in der wachsenden Medizinmetropole Berlin - mit Brückenfunktion. Bisher waren die Arbeitsgruppen des BIH über verschiedene Standorte in ganz Berlin verteilt.

Nobelpreisträger Bruce Beutler

Für Gideon Joffe, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, steht der Name des Hauses stellvertretend für die vielen vertriebenen jüdischen Forscher und Ärzte im Dritten Reich. Käthe Beutlers Sohn wurde in den USA ebenfalls Wissenschaftler. Ihr Enkel, der Immunologe Bruce Beutler, erhielt 2011 den Nobelpreis für Medizin. Er erinnert sich an seine Großmutter als eine starke Frau, die immer versucht habe, Gutes zu tun. «Auch in einer Welt, die ihr gegenüber besonders hart war.»

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