"Schröter soll konsequent für die Selbständigkeit des Amper-Klinikums eingetreten und damit zunehmend in Konflikt mit der eher zentralistischen Unternehmensleitung des Konzerns geraten sein", heißt es in einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" über den Abtritt Schröters. Der Klinikchef habe als Vermittler zwischen Konzern und Belegschaft gegolten. Vom leitenden Arzt bis hin zur Reinigungskraft sei er beliebt gewesen.
Alleinvorstand zu Rhön-Zeiten
Bis zur Übernahme des zur Rhön AG gehörenden 520-Betten-Hauses vor einem Jahr war Schröter dem SZ-Bericht zufolge dessen alleiniger Vorstand. Mit deren Vollzug wurde Helios-Regionalgeschäftsführer Martin Jonas zum Vorstandsvorsitzenden ernannt. Jonas führt nun in Dachau auch die Geschäfte, bis ein Nachfolger für Schröter gefunden ist. Schröter war seit Juni 2011 Chef der Amper-Kliniken gewesen. Sein Vertrag wäre noch bis zum Mai 2016 gelaufen. Innerhalb der Krankenhäuser der Rhön AG, die im Frühjahr 2014 vom Helios-Konzern übernommen wurden, zählte der Schwerpunktversorger im Nordwesten von München zu den größten und wirtschaftlich erfolgreichsten. Der Geschäftsbericht von Rhön für 2013 weist hier einen Überschuss von 6,7 Millionen Euro aus. Der Landkreis Dachau, der sein Klinikum 2005 privatisierte und 74,9 Prozent der Anteile an Rhön verkaufte, hält derzeit noch eine Minderheitsbeteiligung von 5,1 Prozent.
Die Helios-Kliniken wollten sich dem Bericht zufolge zu den Gründen für Schröters Ausscheiden nicht äußern. Der Betriebsratsvorsitzende Claus-Dieter Möbs allerdings sagte der Tageszeitung: "Ich glaube nicht, dass er aus freien Stücken zurückgetreten ist. Er hat immer wieder durchblicken lassen, was für ein Druck auf ihm lastet." Schröter sei in der Belegschaft sehr geschätzt worden. Weil viele bereits geahnt hätten, dass er geht, würden bis Ende März viele leitende Kräfte das Klinikum verlassen. Das werde ganze Abteilungen lahmlegen.




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