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Stationär trifft ambulantWarum Oberärztin Folz ihre Klinik mit der Praxis tauscht

Das CaritasKlinikum Saarbrücken und das Zentrum für Gastroenterologie haben eine ungewöhnliche Kooperation. Oberärztin Sara Folz arbeitet ein halbes Jahr in dem MVZ mit – und erlebt ihren Ausflug in den ambulanten Sektor als Bereicherung.

Sara Folz
Nele Scharfenberg/CaritasKlinikum Saarbrücken
Praxis-Ausflug: Oberärztin Sara Folz arbeitet sechs Monate in dem MVZ, in dem auch Dr. Wolfgang Mohl (r.) tätig ist. Mohl hat die Kooperation mit Chefarzt Prof. Manfred P. Lutz initiiert.

Sara Folz‘ Weg zur Arbeit hat sich ziemlich verändert: Statt ins CaritasKlinikum Saarbrücken führt er die Oberärztin für Gastroenterologie seit November 2022 ins Zentrum für Gastroenterologie Saar in der Innenstadt. Dr. Wolfgang Mohl ist Ärztlicher Leiter des MVZs. „Ich hatte bereits als Oberärztin in der Ambulanz mit den Kollegen aus der Praxis zusammengearbeitet“, sagt Folz, „es ist eine interessante Möglichkeit für mich, den ambulanten Bereich noch besser kennenzulernen.“ Insgesamt ein halbes Jahr arbeitet Folz in dem MVZ.

Die Idee zu der ungewöhnlichen Kooperation mit dem Klinikum habe schon länger bestanden, sagt Mohl, der dort bis 2006 selbst Oberarzt war. Klinik und Zentrum arbeiten ohnehin eng zusammen. Dann hatte Mohl einen halben Sitz frei und konnte das Experiment umsetzen. „Wir werden in Zukunft alle viel enger zusammenarbeiten müssen“, ist er überzeugt.

Austausch muss flexibler werden

Prof. Dr. Manfred P. Lutz, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, Endokrinologie, Infektiologie sowie Stoffwechsel- und Ernährungskrankheiten im CaritasKlinikum, sieht das genauso. „Auch auf politischer Ebene wird gefordert, dass der Austausch zwischen ambulantem und stationärem Sektor in Zukunft flexibler werden muss“, sagt er: „Wir wollen die Betreuung der Patienten im Bereich der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen verbessern und die Vernetzung der beteiligten Akteure optimieren.“ Im Krankenhaus sehe sein Team nur die ganz schweren Fälle. Deshalb komme der ambulante Teil der Behandlung in der gastroenterologischen Ausbildung häufig zu kurz – „da fehlt der Erfahrungsaustausch“, sagt Lutz.

Andere Herangehensweise als im Krankenhaus

Oberärztin Folz kam gerade aus der Elternzeit, hat zunächst in Teilzeit wieder angefangen und war von der Idee schnell überzeugt. Die 41-Jährige hat in Homburg Medizin studiert und ist seit 2008 im CaritasKlinikum Saarbrücken beschäftigt. Die Zeit im Zentrum für Gastroenterologie Saar überzeugt sie: „Im niedergelassenen Bereich begleiten wir die Patienten über einen längeren Zeitraum und bauen damit langfristig eine Beziehung auf – das ist ganz anders als im Krankenhaus und auch sehr schön.“ Den Einsatz in der Praxis empfindet sie als Bereicherung: „Es macht Spaß, auch mal andere Facetten der Versorgung kennenzulernen, ich kann es nur empfehlen.“

Bei einem Krankenhausaufenthalt oder nach einer Operation ist es gut, wenn wir verstehen, was für die ambulante Praxis später gebraucht wird.

Im Facharzt-Bereich ist diese Kooperation neu. Sie berge für beide Seiten Chancen und Möglichkeiten zur Weiterentwicklung, ist Mohl überzeugt: „Der ambulante Bereich hat sich stark weiterentwickelt, auch was den Einsatz von Medikamenten betrifft“, sagt er, und Chefarzt Lutz ergänzt: „Bei einem Krankenhausaufenthalt oder nach einer Operation ist es gut, wenn wir verstehen, was für die ambulante Praxis später gebraucht wird, damit die Anschlussversorgung noch besser und reibungsloser abläuft.“

Da die Kooperation gut funktioniere, werde sie fortgesetzt, erklärt Lutz: „Wenn Frau Folz im Mai zurück in die Klinik kommt, steht bereits ein weiterer Kollege in den Startlöchern.“

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