"Es wäre besser gewesen, schon am vergangenen Donnerstag die Öffentlichkeit zu informieren", sagte Ulrich Frei, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik, dem "Tagespiegel". Am Donnerstag war für zwei Neugeborenen-Stationen ein Aufnahmestopp beschlossen worden. Erst zwei Tage später wurde die Öffentlichkeit darüber und über den Tod eines Babys informiert, das sich wahrscheinlich mit Darmkeimen infiziert hatte. Der Bezirksbürgermeister von Mitte, Christian Hanke (SPD), sagte der Zeitung, sein Amt sei am 9. Oktober vom Keimbefall informiert worden. Es habe mit der Klinikleitung die Teilung der Stationen und die Isolation von betroffenen Kindern angeordnet. Am 12. Oktober sei die Charité mündlich angewiesen worden, Patienten- und Mitarbeiterzahlen einzureichen, sagte Hanke. Mehr als eine Woche lang sei jedoch dahingehend nichts geschehen. "Das ist sicher ärgerlich, wir haben das nun nachgereicht", sagte Charité-Direktor Frei.
Der Virologe Alexander S. Kekulé verteidigte das Klinikum hingegen gegen Kritik. Die Charité sei für ihre Hygiene bundesweit bekannt, sagte er am Montag im Deutschlandradio. "Die geben sich wirklich Mühe und sind auch Experten für diese Keime." Wenn selbst dort etwas passiere, müssten die Standard-Hygiene-Maßnahmen überdacht werden.


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