Auf sechs Millionen Euro Gehalt soll das Personal 2013 und 2014 des Elisabethen-Krankenhauses in Ravensburg verzichten, um die Sanierung der defizitären Verbundes Oberschwabenklinik voranzubringen. Nur wenn diese Einsparung mit einem "Zukunftstarifvertrag" zustande kommt, sei der Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen möglich, so Geschäftsführer Sebastian Wolf in einem Gespräch mit der "Schwäbischen Zeitung". Ab 2015 sollen im OSK-Verbund dauerhaft jährlich mindestens 10,5 Millionen Euro gegenüber dem heutigen Stand eingespart werden, 7 Millionen Euro daraus sollen aus "Personalanpassungen" kommen. Der Verzicht der Mitarbeiter auf Gehalt ist ein gewichtiger Part im Sparpaket, das die Unternehmensberatung Kienbaum für den Klinikverbund schnürt. Parallel läuft die Abwicklung der Standorte in Leutkirch und Isny, samt einem Rechtsstreit mit der Stadt Isny.
44 Vollzeitstellen wurden im Januar und Februar abgebaut
De facto habe es bereits im Vorgriff des Kienbaum-Gutachtens einen Stellenabbau gegeben, indem frei gewordene Stellen nicht mehr besetzt worden seien, schreiben die Chefärzte. Der Klinikverbund hat, so die "Schwäbische Zeitung" Anfang dieses Jahres insgesamt 44 Vollzeitstellen abgebaut, 30 davon am Elisabethen-Krankenhaus in Ravensburg, über alle Dienstgruppen hinweg. Deshalb sei bereits jetzt, so heißt es in dem Brief, vor allem wegen des Stellenabbaus in einigen Bereichen "die bisher von uns gebotene Qualität nicht mehr gegeben". Die Geschäftsführung weist das zurück, sieht aber die Notwendigkeit, im Sanierungsprozess auch "über eine Veränderung des Angebotes nachzudenken".
"Hervorragend ausgebildete Mitarbeiter verlassen die Klinik"
Die Chefärzte befürchten eine weitere Schwächung der medizinischen Kompetenz: Da derzeit Verträge von Fachärzten nicht in unbefristete Verträge umgewandelt würden, "verlassen qualifizierte, von uns hervorragend ausgebildete Mitarbeiter die Klinik; dies ist ein extremer Verlust." Den Mitarbeitern sei zudem der Verzicht auf Löhne "nicht zu vermitteln". "Ein Lohnverzicht würde bedeuten, dass gerade unsere besten Mitarbeiter sich um andere Stellen bemühen werden." Die Mediziner sehen "aus kurzsichtigen Kostenargumenten alles bisher Erreichte und Geleistete in Frage gestellt".


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