Die Zahl der Transplantationen nahm damit leicht um knapp 3,0 Prozent ab - 2011 waren es 436 Spenderorgane gewesen. Bei Lebertransplantationen gab es hingegen einen Zuwachs um 16 Prozent auf nunmehr 101 Transplantationen. Bundesweit war im vergangenen Jahr die Zahl aller gespendeten Organe um 10,8 Prozent auf 3.511 zurückgegangen. Die Deutsche Stiftung Organtransplantation sieht einen Zusammenhang mit den Manipulationsvorwürfen an den Universitätskliniken in Göttingen, Regensburg und München. Dort sollen Mediziner Daten manipuliert und damit ihren Patienten schneller zu einer Spenderleber verholfen haben.
Prüfkommission war im Dezember in der MHH
Eine Kommission, eingesetzt von Bundesärztekammer, Deutscher Krankenhausgesellschaft und GKV-Spitzenverband, prüft derzeit alle 47 deutschen Transplantationszentren. Anfang Dezember war das Expertenteam in die MHH gekommen - und hatte keine Auffälligkeiten gefunden. "Das Ergebnis hat unsere interne Untersuchung der Innenrevision bestätigt", sagt MHH-Vizepräsident Andreas Tecklenburg, zuständig für das Ressort Krankenversorgung. "Unsere Ärztinnen und Ärzte tun alles, um ihren Patientinnen und Patienten zu helfen, aber natürlich bleiben sie im rechtlichen Rahmen." Die Manipulationsvorwürfe gegen einzelne Kliniken hätten das Vertrauen der Menschen in die gesamte Transplantationsmedizin schwer erschüttert, ergänzt der Vizepräsident. "Wir müssen jetzt alles dafür tun, um dieses Vertrauen zurückzugewinnen." Das bedeutendste Problem in der Transplantationsmedizin seien die langen Wartezeiten der Patienten auf ein Spenderorgan, betont Tecklenburg. "Allein in der MHH warten mehr als 1000 Patienten auf ein Spenderorgan." Wegen der Verdachtfälle in Göttingen, Regenburg, München und mittlerweile auch Leipzig sei die Spendenbereitschaft gesunken - damit verlängert sich die Wartezeit der Patienten. "Als Folge steigt die Zahl der Patienten, die während des Wartens auf ein Organ sterben", erläutert der MHH-Vizepräsident.


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