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Protonentherapie-ZentrumEckhard Nagel pokert hoch

Der Chef des UK Essen Eckhard Nagel hält am Protonentherapie-Zentrum fest – trotzdem ein internes Gutachten seiner Kalkulationsgrundlage widerspricht, und auch die inzwischen suspendierte Kaufmännische Direktorin Barbara Schulte an dem Projekt zweifelt.

Das UK Essen plant nach einem Bericht des "Focus", das Protonentherapie-Zentrum zu kaufen. Dieses hat bisher 135 Millionen Euro gekostet. Der Medizinische Direktor Nagel und andere Anhänger des Projekts rechnen mit 1.200 Patienten pro Jahr. Die Autoren des internen Gutachtens halten die Zahl für zu hoch gegriffen und empfehlen einen Probebetrieb. Anderenfalls sei ein Verlust von 139 Millionen Euro nicht auszuschließen.

Kein Zentrum schafft 2.000 Fälle
Im Juni 2006 als der Vertrag mit der belgisch-östereichischen Errichtungsgesellschaft zustande kam, ging das UK Essen sogar noch von 2.000 Patienten pro Jahr aus. Das hätte, so "Focus", bei der momentanen Erstattung durch die Kassen von mindestens 19.500 Euro pro Behandlung gereicht, um schwarze Zahlen zu schreiben. Allerdings werden weltweit in keiner Protonentherapie-Anlage so viele Patienten behandelt. In den USA kommen Betreiber auf durchschnittlich 1.000 Fälle, das UK Heidelberg schafft knapp 750. Eigentlich sollte die Anlage in Essen schon im Sommer 2010 in Betrieb gehen. Dazu kam es aber nicht, weil die Uniklinik sich weigerte, das Zentrum zu mieten. Es folgten eine Reihe von Schiedsgerichtsverfahren. Im Herbst 2010 kam Eckhard Nagel nach Essen und wurde Vorstandsvorsitzender der Uniklinik.

Aufsichtsrat berät am 28. Mai über die Personalie Schulte
Barbara Schulte weigerte sich kürzlich, zehn Millionen Euro in das Zentrum zu investieren. Offenbar, so der "Focus", sah sie in dem Betrag die erste Kauftranche. Dies führte wahrscheinlich zu ihrer Suspendierung. Am Dienstag (28.05.) kommt der Aufsichtsrat zusammen, um über ihre Personalie zu beraten. Eine außerordentliche Sitzung fand bereits am 2. Mai statt. Über das Ergebnis ist jedoch weder in der Pressestelle des UK Essen etwas zu erfahren noch beim Aufsichtsratschef Rainer Ambrosy, dem Kanzler der Universität Duisburg-Essen.

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