Während Lübeck noch die Rettung der Mediziner-Uni vorantreibt, kommt auch in die Debatte über die von der Landesregierung geplante UKSH-Privatisierung Bewegung. Der Krankenhauskonzern Helios hat jetzt seine Hand gehoben. "Eine Übernahme im Norden würde gut in unsere regionale Aufstellung passen", sagt Helios-Chef Francesco De Meo in den "Lübecker Nachrichten".
Auch der Klinikkonzern Sana hatte gegenüber kma bereits sein Interesse bekundet. "Ja, die Sana-Kliniken haben Interesse am Kauf des UKSH. Wir sind so aufgestellt, dass wir in die Universitätsmedizin einsteigen wollen", sagt Dirk Richter, Leiter Unternehmensentwicklung der Sana-Kliniken. Es wird erwartet, dass auch die Konzerne Rhön-Klinikum und Asklepios am Interessenbekundungsverfahren für die Uniklinik, das das Land Schleswig-Holstein einleiten will, teilnehmen.
Die schwarz-gelbe Landesregierung will mit dem Verkauf des landeseigenen Uniklinikums in Lübeck und Kiel bis 2020 Sanierungskosten von rund 800 Millionen Euro sparen. Wissenschaftsminister Jost de Jager hatte Anfang der Woche die UKSH-Spitze ins Ministerium geladen, um einen Fahrplan vorzustellen, berichten die Lübecker Nachrichten". Das Uniklinikum soll noch vor 2015 an einen Investor verkauft werden. Dafür benötigt de Jager allerdings die Zustimmung der Gewerkschaft Verdi, weil der gültige Tarifvertrag eine Privatisierung vor diesem Datum ausschließt. Verdi scheint aber nicht bereit zu sein, Zugeständnisse zu machen. Acuh UKSH-Chef Jens Scholz gilt als entschiedener Gegner des Verkaufs.
Bisher hat nur der Klinikkonzern Rhön ein Uniklinikum unter seinem Dach, die Uniklinik Gießen-Marburg. Auch an diesem Haus waren alle vier großen Klnikkonzerne interessiert. Dort hat Rhön die Krankenversorgung übernommen, Forschung und Lehre sind weiter in staatlicher Hand. Spannend wird die Frage, wie Schleswig-Holstein das regeln will. "Wir sind der Meinung, dass ein Klinikum von der Einheit von Krankenversorgung und Forschung profitiert. Deshalb favorisieren wir das Stiftungsmodell", sagt Richter von Sana. Das heißt, der private Betreiber beteiligt sich an einer Stiftung, die Forschung und Lehre verantwortet. Richter geht davon aus, dass es noch einige Monate dauert, bis das UKSH das Interssenbekundungsverfahren veröffentlicht. Denn es besteht kein Druck, da bis 2015 eine Privatisierung des UKSH aufgrund von Tarifverträgen ausgeschlossen ist.




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