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Uniklinik FreiburgEx-Direktor Reinhold Keil erringt Punktsieg vor Gericht

Reinhold Keil soll seinen Dienstwagen für private Zwecke missbraucht haben und musste deshalb als Vorstand der Uniklinik Freiburg gehen. Ein Gutachten spricht nun für ihn und die Uniklinik muss ihm Gehalt nachzahlen.

Im Januar dieses Jahres hatte die Uniklinik dem Kaufmännischen Vorstand nach zwei Jahren Amtszeit gekündigt, weil er bei 15 Gelegenheiten dienstliche Fahrzeuge der Uniklinik für private Zwecke benutzt haben soll, darunter auch eine Fahrt zum Stadion des Fußballbundesligisten SC Freiburg (kma berichtete). Keil klagte sowohl gegen die Kündigung als auch auf Fortzahlung seiner Bezüge.

Neue Einzelheiten zur "Stadionfahrt"
Kurz vor der Verhandlung hatte Keils Anwalt einen Schriftsatz eingereicht, "der das Gericht spürbar beeindruckte", berichtet die "Badische Zeitung". Danach seien alle 15 Fahrten dienstlich veranlasst gewesen. "So habe Keil sich im SC-Stadion mit dem SC-Vorstand getroffen, um über gemeinsame Projekte zu sprechen. Es fand auch kein Spiel statt an jenem Tag. Ein Gutachten im Auftrag des Aufsichtsrats habe die Fahrten überprüft und keine einzige beanstandet. Dennoch habe der Aufsichtsrat Keil am 9. Januar gekündigt", schreibt die Zeitung und zitiert den Vorsitzenden Richter Frieder Büchler: "Wenn es dabei bleibt, ist der wichtige Grund weg."

Klinik muss Gehalt vorerst zahlen
Der Anwalt der Uniklinik, sagte der Zeitung, bei den monierten Fahrten sei es vor allem um die Heimwege zur Wohnung von Keil gegangen. "Kern des Vorwurfs" sei, dass Keil den Chauffeur stundenlang warten ließ, um sich nach Abschluss von Terminen nach Hinterzarten fahren zu lassen. Richter Bühler rät beiden Seiten zu einem Vergleich. Keils Anwalt erwirkte allerdings, dass Keils Gehaltsklage sofort entschieden wird. Das Gericht verurteilte die Uniklinik vorerst zur Zahlung. "Konkret bekommt Keil jeweils rund 21.800 Euro für Februar, März und April sowie den jährlichen Beitrag zum Aufbau einer Altersversorgung in Höhe von 50.000 Euro, der jeweils im März fällig wird", schreibt die Zeitung.

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