Georg Thieme Verlag KG
kma Online

KrankenhäuserFördermittel für mehr Pflegestellen werden kaum genutzt

Laut Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, hat nicht einmal jede zweite der mehr als 1200 berechtigten Kliniken in Deutschland im ersten Jahr Fördermittel in Anspruch genommen, um zusätzliche Pflegestellen zu schaffen.

Fördermittel
Foto: PeJo (Fotolia)

Im Rahmen der Krankenhausstrukturreform, die 2016 in Kraft trat, legte die Bundesregierung ein Programm auf, mit dem sie bis 2018 zusätzliche 6300 Stellen für die "Pflege am Krankenbett" schaffen will.

Auch die Summe der abgerufenen Fördergelder bleibe mit 52 Millionen Euro deutlich hinter den für 2016 vorgesehenen 110 Millionen Euro zurück, kritisierte Brysch. Nur 1400 neue Stellen seien mit dem Geld geschaffen worden. Um das Ziel von 6300 Stellen in drei Jahren zu erreichen, wären 2016 schon 2100 Neuanstellungen nötig gewesen. Denn angesichts des Fachkräftemangels werde es in den kommenden Jahren immer schwieriger, zusätzliche Pflegekräfte zu finden, warnte Brysch.

Er forderte die Krankenhäuser auf, den Pflege-Job attraktiver zu machen. Dazu zählten eine gute Bezahlung ebenso wie mehr Verantwortung. Pflegekräfte sollten nicht nur "als Befehlsempfänger der Ärzte arbeiten". Es gebe qualifizierte Kräfte, die medizinische Aufgaben übernehmen könnten, etwa die Verabreichung von Standardschmerzmitteln oder das Legen eines Zugangs für Infusionen.

Die Krankenhausstrukturreform beinhaltet unter anderem ein Pflegestellen-Förderprogramm mit einem Mittelvolumen in den Jahren 2016 bis 2018 von insgesamt bis zu 660 Millionen Euro. Ab 2019 stehen dauerhaft bis zu 330 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung.

Bitte loggen Sie sich ein, um einen neuen Kommentar zu verfassen oder einen bestehenden Kommentar zu melden.

Jetzt einloggen

  • Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!