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Vom Pesthaus zur UniklinikGroße Charité-Ausstellung

Am Anfang stand die Pest, die dann gar nicht bis Berlin kam: 1710, als die Seuche in Nordosteuropa wütete, wurde die Charité als Quarantänestation errichtet.

Doch die Seuche blieb aus und heute ist die Charité das größte Universitätsklinikum Europas, mit 14.500 Mitarbeitern an 107 Kliniken und Instituten. Eine Ausstellung im Medizinhistorischen Museum der Charité führt ab Freitag schlaglichtartig durch drei Jahrhunderte wechselvoller Geschichte. "Mehr als einmal stand das Schicksal der Charité dabei Spitz auf Knopf", sagte Museumsleiter Prof. Thomas Schnalke am Donnerstag.

Der Weg durch 300 Jahre Medizin in Berlin führt dabei durch mehrere exemplarische Krankenhäuser: Syphilis und "Brustkrankheiten" - ein Begriff, der alles von der chronischen Lungenentzündung bis zur Herzinsuffizienz umfasste -, Diphtherie und Cholera, Krebs und Psychosen lernen die Besucher dabei als typische Geißeln der jeweiligen Zeit kennen. Und auch die zunächst nur sehr eingeschränkten Möglichkeiten, diese Leiden zu heilen, per Aderlass oder durch die Gabe von hochgiftigem Quecksilber.

Ergänzt werden die Krankengeschichten durch eine pointierte Ahnenreihe von Persönlichkeiten, die die Berliner Medizin prägten - im Positiven wie im Negativen, etwa zur Zeit des Nationalsozialismus. "Wir haben viele schillernde Persönlichkeiten, die einerseits großartige Mediziner waren, aber andererseits auch schwierige Positionen einnahmen", erläuterte Kuratorin Isabel Atzl.

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