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AnzeigeHausdurchsuchung am Universitätsklinikum Magdeburg

Der Aufsichtsrat des Universitätsklinikums Magdeburg hat sich am 9. September 2021 mit einer Durchsuchung der Klinik beschäftigt. Sie steht im Zusammenhang mit einem umstrittenen Lieferauftrag für mehrere Hunderttausend FFP2-Masken.

Eingang Universitätsklinikum Magdeburg
Universitätsmedizin Magdeburg

Eingang Universitätsklinikum Magdeburg

Der Aufsichtsrat des Universitätsklinikums Magdeburg hat sich am 9. September 2021 in einer internen Sitzung mit einer Durchsuchung der Klinik beschäftigt. Am 8. September 2021 waren Büros des Klinikvorstands durchsucht worden, wie der Klinik-Chef Hans-Jochen Heinze der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Darüber hinaus seien auch Privatwohnungen und weitere Büros in Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen durchsucht worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Magdeburg.

Der Klinikvorstand hat dem Kontrollgremium bei der turnusgemäßen Sitzung über die Angelegenheit berichtet, sagte ein Sprecher des Wissenschaftsministeriums. Der amtierende Wissenschaftsminister Armin Willingmann (SPD) ist Vorsitzender des Aufsichtsrats. Insgesamt stünden sieben Personen im Fokus. Ermittelt wurde demnach wegen Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr beziehungsweise wegen Bestechung. Welche Anhaltspunkte zu den Durchsuchungen geführt hatten, war vorerst unklar. Die Staatsanwaltschaft äußerte sich zunächst nicht zum Inhalt einer gestellten Anzeige.

Die Durchsuchung steht im Zusammenhang mit einem umstrittenen Lieferauftrag für mehrere Hunderttausend FFP2-Masken. Der Auftrag war an eine Firma vergeben worden, zu deren Gesellschaftern der Sohn des Klinik-Chefs gehört. Das Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen war erst Mitte 2020 gegründet worden. Familiäre Verbindungen hätten bei der Vergabe keine Rolle gespielt, bekräftigte der ärztliche Direktor Heinze: „Das ist absurd.“ Ein unterlegener Mitbewerber hatte nach Angaben des Uniklinikums Strafanzeige gestellt. Zuvor hatten die „Volksstimme“ und andere Medien darüber berichtet.

Der Fall hatte schon vor einigen Monaten für Aufsehen gesorgt. Im April hatte der Aufsichtsrat der Klinik den Landesrechnungshof um Prüfung der Angelegenheit gebeten. Der abschließende Bericht liegt laut Wissenschaftsministerium noch nicht vor. Es gebe aber einen Entwurf, sagte ein Sprecher des Landesrechnungshofes. Darin seien nach Einschätzung der Kontrollbehörde keine strafrechtlich relevanten Feststellungen enthalten. Ähnlich äußerte sich der Sprecher zuvor gegenüber der „Volksstimme“ und der „Mitteldeutschen Zeitung“.

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