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ChirurgieUniversitätsklinikum Magdeburg eröffnet Hybrid-OP

Das Universitätsklinikum Magdeburg hat einen neuen Hybrid-OP eröffnet. In dem Operationssaal können Ärzte an einem Ort diagnostizieren und behandeln.

Hybrid-OP Universitätsklinikum Magdeburg
Melitta Schubert/UMMD

Prof. Dr. Braun-Dullaeus und sein Team der Kardiologie führen eine Chirurgische Transkatheter-Aortenklappen-Implantation im Hybrid-OP durch.

Seit Kurzem verfügt die Universitätsmedizin Magdeburg im Zentral-OP über einen hochmodernen Hybrid-OP Saal, der die Therapiemöglichkeiten invasiver bildgeführter Maßnahmen, Interventionen und Operationen deutlich erweitert und verbessert. In dem neuen OP können bildgebende Erfolgskontrollen sowie ggf. schnellstmögliche interventionelle Korrekturen unter angezeigten hygienischen Vorgaben und Standards eines OP-Saal-Settings vorgenommen werden. Dies gilt insbesondere auch unter einem begleitenden Sedierungs- und Schmerztherapiemanagement seitens der Anästhesie und Intensivmedizin.

Damit sollen unter anderem Zeit gespart, Risiken gemindert und Belastungen von Operationen reduziert werden. Zudem ermögliche der Hybrid-OP die Entwicklung neuer minimalinvasiver Behandlungsmöglichkeiten.

Förderung von rund 2,7 Millionen Euro

In dem Magdeburger Hybrid-OP können gleich mehrere Bildgebungsverfahren (Echokardiographie, CT) 3-dimensional für komplexe Eingriffe zusammengeführt werden. Durch Fusion des Ultraschalls mit der Durchleuchtung können zum Beispiel die Anatomie und künstliche Strukturen in Echtzeit dargestellt und komplexe operative und katheter-geführte Eingriffe bildgestützt präziser geplant und im unmittelbaren Anschluss (das heißt unter Vermeidung notwendiger Folgetermine) durchgeführt werden.

Der Hybrid-OP-Saal ermöglicht diversen Kliniken und Disziplinen in einem hochmodernen Umfeld zu operieren und zu intervenieren. Die Anforderungen von verschiedenen Fachbereichen, wie Kardiologie, Herzchirurgie, Thoraxchirurgie, interventionelle Radiologie, Gefäßchirurgie, Neurochirurgie und Anästhesie werden in dem OP-Saal erfüllt.

Prof. Hans-Jochen Heinze, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Magdeburg, und Prof. Dr. Zuhir Halloul, Leiter des gefäßchirurgischen Arbeitsbereiches, hatten vor einigen Jahren die Idee zur Vereinigung der verschiedenen Fachbereiche für minimal-invasive Eingriffstechniken ins Leben gerufen. Dieses Konzept wurde vom Land Sachsen-Anhalt genehmigt. Insgesamt wurden 1,6 Millionen Euro für die Ausrüstung sowie 1,1 Millionen Euro für den Bau zur Verfügung gestellt. Nach der ausgiebigen Planungsphase begann der Bau im Januar 2020 und wurde Ende des Jahres fertig gestellt.

Zertifiziertes TAVI-Zentrum 

Das Team der Kardiologie und Angiologie operiert nach Abschluss einer intensiven Vorbereitungsphase regulär zwei Mal die Woche im Hybrid-OP. Hier werden nun minimal-invasive schonende Eingriffe an der Aortenklappe (TAVI), Mitralklappe (MitraClip, Pascal, Cardioband) und Trikuspidalklappe (TriClip) durchgeführt. Auch im interdisziplinären Setting der interventionellen Radiologie und Gefäßchirurgie sind die neue Optionen gegeben: So werden minimal-invasive endovaskuläre Interventionen an krankhaften Befunden der großen Körperschlagader („Aortenpathologien“) im Hybrid-OP noch besser durchführbar. Die fortlaufende Erweiterung des Interventionsprofils lasse sich im Hybrid-Saal außerdem in angezeigter Weise systematisch etablieren und konsolidieren.

„Seitdem wir die Fusion haben, können wir auch Patienten mit weniger Kontrastmittel operieren“, so Prof. Braun-Dullaeus. Damit etabliere die Universitätsmedizin Magdeburg eine für Patientinnen und Patienten besonders schonende Technik.

Das Herzteam des Universitätsklinikums (Kardiologie, Herzchirurgie und Anästhesie) führt seit kurzem die Aortenklappeneingriffe auch als erstes zertifiziertes TAVI-Zentrum in Sachsen-Anhalt im Hybrid-Labor durch. Auch in der Tumorbehandlung gehen die Ärzte der interventionellen Radiologie und der Thoraxchirurgie dank dem Hybrid-OP neue Wege: Bei Patientinnen und Patienten mit mehreren Tumorabsiedlungen (Metastasen) in der Lunge werden die Herde im Rahmen derselben Narkose von den Chirurgen und den Interventionalisten entfernt.

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