
Der Helios-Konzern und der Landkreis Northeim stimmen als Gesellschafter darin überein, dass das Krankenhaus in Bad Gandersheim in seiner bisherigen Form nicht mehr sinnvoll weitergeführt werden kann. Als Gründe werden unter anderem eine sehr geringe Auslastung, die zunehmende Spezialisierung und Ambulantisierung in der Medizin sowie hohe Vorhaltekosten angegeben.
Kleines Krankenhaus scheitert im Wettbewerb
Um der Klinik eine langfristige Perspektive zu geben, habe man in den zurückliegenden Jahren versucht, das Leistungsspektrum gezielt dem Bedarf anzupassen. Dieser sei jedoch vor Ort für den Betrieb einer Klinik nicht mehr in ausreichendem Maß gegeben. In einem starken Wettbewerbsumfeld sei die Helios Klinik Bad Gandersheim laut Angaben mit aktuell 89 Plan- und 47 aufgestellten Betten das kleinste Krankenhaus im Landkreis Northeim. Notfälle und schwere, komplexe Fälle, müssten schon heute in größeren Kliniken und spezialisierten Einheiten behandelt werden. Diese Entwicklung hin zu medizinischen Zentren sei sinnvoll, notwendig und politisch gewollt. Dem gegenüber stünden die vorwiegend sehr kleinen Fachbereiche der Helios Klinik Bad Gandersheim, die es immer schwerer machten, diese Voraussetzungen zu erfüllen.
Nachnutzungskonzept in Bearbeitung
Um dennoch auch zukünftig eine wohnortnahe und bedarfsgerechte medizinische Versorgung im Mittelzentrum Gandersheim zu gewährleisten, ist beabsichtigt, die heutige Helios Klinik Bad Gandersheim für die Zukunft neu auszurichten. Dazu wird aktuell intensiv ein Nachnutzungskonzept erarbeitet und den Umwandlungs- und Veränderungsprozess spätestens zum 30. September 2023 abzuschließen. Helios wird zu diesem Zeitpunkt als Krankenhausbetreiber ausscheiden.
Bereits seit mehreren Monaten arbeite der Landkreis Northeim mit dem Niedersächsischen Sozial- und Gesundheitsministerium sowie mit weiteren Akteuren an der Entwicklung möglicher medizinischer Versorgungskonzepte, die konzentriert im Gebäude der heutigen Klinik Bad Gandersheim angesiedelt werden sollen. Diese rechtliche Möglichkeit einer Basisversorgung eröffne das neue niedersächsische Krankenhausgesetz durch sogenannte Regionale Gesundheitszentren beziehungsweise Mini-Krankenhäuser. Damit könnten und erstmals Möglichkeiten aus einer sektorenübergreifen Versorgung – stationär und ambulant – zielgenau zum Wohle der Patientinnen und Patienten genutzt werden.
Alternatives Beschäftigungsangebot für Betroffene
Die Regionalgeschäftsführung Helios West habe gegenüber dem Landkreis bereits Bereitschaft und Unterstützung signalisiert, die Weiterentwicklung aktiv mitzugestalten. Mit dem Betriebsrat würden nun Interessenausgleichsverhandlungen aufgenommen, damit allen Betroffenen ein adäquates alternatives Beschäftigungsangebot in einer der umliegenden Helios Standorte unterbreitet werden könne. Auch im Rahmen des angestrebten Nachnutzungskonzeptes werde es verschiedene Beschäftigungsmöglichkeiten im medizinischen Bereich geben.





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