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OberschwabenklinikIsny und Leutkirch sollen geschlossen werden

Wegen Bürgerprotesten hat der Kreistag die Schließung von zwei kleinen Standorten der Oberschwabenklinik (OSK) jahrelang aufgeschoben. Doch jetzt will er einen klaren Entschluss fassen.

Der Verbund Oberschwabenklinik (OSK) wird voraussichlich zwei seiner sechs Standorte - Isny und Leutkirch - schließen.Im Sommer konnte die Insolvenz nur durch Liquiditätsdarlehen der Gesellschafter — Kreis und Stadt Ravensburg — in Höhe von knapp 30 Millionen Euro gerettet werden, schreibt die "Schwäbische Zeitung". Es gebe auch ein Gutachten, das die Standortschließungen nahelegt.

Am Freitag, 9. November, wird der Kreistag vermutlich über die Schließung entscheiden. eine weitere Vertagung würde viel Geld kosten, berichtet die Zeitung: Nach drei aufeinanderfolgenden Jahren mit einer schwarzen Null (2008 bis 2010) machte die OSK 2011 erstmals acht Millionen Euro Verlust, dieses Jahr werden es voraussichtlich zehn Millionen Euro sein.

Auch bei dem Standort Bad Waldsee zeichnet sich eine Veränderung ab: Er soll mittelfristig zu einer rein orthopädischen Fachklinik werden. Übrig blieben das Elisabethen-Krankenhaus in Ravensburg und das Klinikum Westallgäu in Wangen, zudem das Heilig-Geist-Spital in Ravensburg als kleine Fachklinik für geriatrische Rehabilitation. Mit Standortschließungen allein ist es allerdings nicht getan.

Niedergelassene drohen mit Patientenentzug
In Baden-Württemberg sei, so die "Schwäbische Zeitung", bereits die Hälfte aller Kliniken in die roten Zahlen gerutscht. Dennoch: Die Menschen wollen ihr Krankenhaus vor Ort behalten. Das OSK-Gutachten hat in Leutkirch und Isny Empörung ausgelöst. Leutkircher Ärzte drohen sogar damit, ihre Patienten im Fall einer Schließung des Standortes nicht nach Wangen oder Ravensburg, sondern in Krankenhäuser jenseits der Landesgrenze nach Bayern zu überweisen.

Die Spitze des Landratsamtes schließt eine Beteiligung privater Krankenhausbetreiber nicht grundsätzlich aus. Bevor es an Verhandlungen über eine mögliche Hochzeit gehe, "muss die Braut aber erst geschmückt werden", zitiert die Erste Landesbeamtin Eva-Maria Meschenmoser Landrat Kurt Widmaier. Das heißt, so die "Schwäbische Zeitung": Die OSK muss zunächst ihr Potenzial optimieren, bevor mit Konzernen wie Helios auf Augenhöhe verhandelt werden kann.

Biberach strebt Privatisierung an
Der Nachbarlandkreis Biberach will diesen Weg sofort gehen. Auch dort haben die kreiseigenen Kliniken im vergangenen Jahr 9,5 Millionen Euro Miese gemacht. Drei große Gesundheitskonzerne interessieren sich für die Übernahme der "Kliniken Landkreis Biberach GmbH": Helios, Sana und die Ameos AG aus der Schweiz. Nachdem das Krankenhaus Ochsenhausen bereits Ende 2011 geschlossen wurde, bangen nun die Riedlinger und die Laupheimer um ihre Standorte. Die Entscheidung fällt der Kreistag am 14. Dezember.

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