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Ärger auf der FrühchenstationKinderklinik Harlaching entlässt sechs Mitarbeiter

Eine komplette Schicht der Frühchen-Intensivstation hatte sich plötzlich krank gemeldet. Nun wurde sechs Mitarbeitern fristlos gekündigt.

Damit hat der Konflikt in der Kinderklinik Harlaching eine neue Eskalationsstufe erreicht. Das Stadtklinikum prüft derzeit auch für weitere Mitarbeiter arbeitsrechtliche Konsequenzen, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Hintergrund der Kündigungen ist ein Beschwerdebrief über den Chefarzt der Kinderklinik, den 20 von 25 Mitarbeitern der Frühchen-Intensivstation unterschrieben haben. Der Brief ging an die Klinikleitung und den Stadtrat. Darin werfen die Pflegekräfte ihrem Chef unter anderem Fehlbehandlungen mit Todesfolge vor. Ein externer Gutachter, der im Auftrag der Klinikleitung die Vorwürfe geprüft hat, entlastete den beschuldigten Chefarzt. Egbert Herting von der Uniklinik Lübeck bescheinigt der Harlachinger Kinderklinik vielmehr Behandlungsmethoden, die "dem aktuellen Wissensstand und gültigen Leitlinien" entsprechen würden, so die Zeitung. Die Geschäftsführung begründet die Kündigungen mit "erheblichen Verletzungen arbeitsvertraglicher Verpflichtungen".

In den Beschwerden, die sowohl Ärzte als auch Pfleger seit Monaten bei der Klinikleitung vorbringen, geht es immer wieder um Personalengpässe, den Führungsstil und den Umgangston des seit Frühjahr 2012 amtierenden Chefarztes der Kinderklinik. Die Geschäftsführung hat sich dennoch hinter den Chefarzt gestellt, da sie keine Zweifel an seinen Behandlungsmethoden hegt und sich die Kinderklinik zudem wirtschaftlich gut entwickelt hat.

Suche auf dem leergefegten Arbeitsmarkt
Schon jetzt muss das Klinikum auf dem ohnehin leergefegten Arbeitsmarkt neues Personal für die hochspezialisierte Station K 9 finden. Obwohl eine engere Kooperation mit dem Klinikum Schwabing bereits in die Wege geleitet ist, kann die Intensivstation in Harlaching derzeit weniger Frühgeborene aufnehmen. Den möglichen wirtschaftlichen Schaden, den dies bedeuten könnte, kann die Klinik noch nicht beziffern, so die "Süddeutsche Zeitung".

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