Käufer steht fest

KMG Kliniken übernehmen DRK-Kliniken in Thüringen und Brandenburg

Für die vier Kliniken der insolventen DRK-Krankenhausgesellschaft Thüringen-Brandenburg ist ein Käufer gefunden. Der im brandenburgischen Bad Wilsnack ansässige Konzern KMG Kliniken soll die Häuser in Bad Frankenhausen, Sondershausen, Sömmerda (Thüringen) und Luckenwalde (Brandenburg) übernehmen, wie der bisherige Betreiber am Montag mitteilte.

Bad Frankenhausen

DRK-Kliniken Thüringen Brandenburg

Manniske Krankenhaus Bad Frankenhausen

Ein Vertrag zur Übernahme sei unterzeichnet worden. Zu den KMG Kliniken mit rund 3600 Mitarbeitern gehören unter anderem sechs Akutkrankenhäuser, zwei Rehabilitationskliniken und zehn Pflegeeinrichtungen.

Die DRK-Krankenhausgesellschaft mit rund 1700 Beschäftigten befindet sich seit Mitte Dezember in Insolvenz in Eigenverwaltung. KMG werde unmittelbar nach der Rechtskraft des Insolvenzplans sämtliche Geschäftsanteile an der Gesellschaft übernehmen, wurde mitgeteilt. Die Zustimmung der Gläubigerversammlung zur Übertragung der DRK-Anteile an den neuen Betreiber steht noch aus. Zunächst habe der vorläufige Gläubigerausschuss der Übernahme durch KMG zugestimmt, hieß es.

Standort Bad Frankenhausen steht vor massiven Veränderungen

Zu finanziellen Details der Transaktion sei Vertraulichkeit vereinbart worden, sagte KMG-Chef Stefan Eschmann auf Anfrage von kma am späten Montagabend. Sein Konzern werde die Standorte gemeinsam mit den Mitarbeitern weiterentwickeln: „Insbesondere in Luckenwalde und Sömmerda werden wir umgehend in die Planungen der noch notwendigen Investitionen einsteigen.“ Weitere Angaben zur Entwicklung des Standorts Bad Frankenhausen könne er zum jetzigen Zeitpunkt nicht machen, da KMG noch nicht Gesellschafter sei. Daher erklärte Eschmann weiter: „In Abstimmung mit dem Sachwalter der DRK Kliniken werden wir aber kurzfristig das Konzept für Bad Frankenhausen vorstellen.“

Nach dem bisherigen Sanierungsplan sollte der Standort Bad Frankenhausen zu einer Art Praxisklinik mit Notfallbehandlung zusammenschrumpfen und jede zweite der gut 200 Stellen wegfallen. An den anderen drei Standorten werde es nur vereinzelte, wenige betriebsbedingte Kündigungen geben, hatte der Generalbevollmächtigte mitgeteilt.

Auslöser für das Insolvenzverfahren war ein Millionendefizit, für das nach Angaben des bisherigen Betreibers hauptsächlich der Standort Bad Frankenhausen verantwortlich ist. Dort seien 2017 rund 5,5 Millionen Euro Verluste eingefahren worden – bei insgesamt rund 7 Millionen Euro Verlusten der gesamten Klinikgruppe.

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