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Paracelsus-Klinik KarlsruheKontrollbehörde schließt Zentralsterilisation

Bei einer Routinekontrolle der Aufsichtsbehörden sind im Paracelsus-Klinikum Karlsruhe Hygienemängel in der Zentralsterilisation (ZSVA) festgestellt worden. Nach Angaben des Regierungspräsidiums Karlsruhe wurde deshalb die ZSVA geschlossen und die Sterilgutversorgung an einen externen Dienstleister vergeben.

Über den Vorgang hatte zunächst der "Mannheimer Morgen" berichtet. Die Kontrolle fand bereits vor rund vier Wochen statt, sagte Uwe Herzel, Sprecher des Regierungspräsidiums, auf Anfrage von kma. Ob es sich tatsächlich um "gravierende Mängel" bei der Aufbereitung von OP-Besteck handelte, wie die Zeitung mit Bezug auf die Behörde berichtet, wollte Herzel gegenüber kma weder bestätigen noch ausschließen. Gleichwohl habe die Klinik eine Erklärung unterschrieben, die ZSVA zu schließen und einen externen Dienstleister mit der Sterilisation zu beauftragen, erklärte der Behördensprecher.

OP für knapp eine Woche geschlossen
Die Paracelsus-Kliniken bestätigen im Grundsatz den Vorgang der Behörde. "Aufgrund der Schließung der Sterilgutabteilung war das OP für knapp eine Woche geschlossen. Inzwischen operieren wir aber wieder", sagt Sprecherin Simone Hoffmann. Sie betonte, dass "zu keiner Zeit ein erhöhtes Aufkommen von Infektionen im Klinikum" beobachtet worden sei. Dies sei durch regelmäßige mikrobiologische Untersuchungen durch ein externes Labor und durch die Teilnahme an dem Krankenhaus-Infektions-Surveillance System (KISS) in der Orthopädie /Endoprothetik sichergestellt worden.

Fehlende Kapazitäten in der ZSVA
Seitens des privaten Klinikträgers werden auch Berichte, es seien konkrete Hygienemängel am OP-Besteck festgestellt worden, energisch zurückgewiesen. Vielmehr habe die Kontrollbehörde Zweifel daran geäußert, ob der aktuelle Patientenandrang mit den vorhandenen Kapazitäten der ZVSA bewältigt werden könne. "Deshalb haben wir uns freiwillig verpflichtet, einen externen Dienstleister zu beauftragen, bis wir unsere Sterilisationsabteilung umgebaut haben", sagte Johannes Knobloch, Leiter des Zentralinstituts für Hygiene bei den Paracelsus-Kliniken gegenüber kma. Grund für die jetzigen Kapazitätsprobleme der ZVSA ist nach Angaben des Trägers ein wachsender Patientenzuspruch, nachdem im vergangenen Jahr ein Chefarzt für Orthopädie an das Haus gewechselt ist.

Auslagerung soll Interimslösung bleiben
Für den Klinikträger bleibt die Auslagerung aber dennoch eine Interimslösung, bis die hauseigene Sterilisationsanlage umgebaut und betriebsbereit ist."Wir wollen die Sterilisation wieder in das eigene Haus zurückholen", so Simone Hoffmann.

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